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MoX Soundcheck KW3022.07.2026











Texte: Horst E. Wegener


Hot Chip: THE WARNING REISSUE (VÖ: 17.7.)
Obwohl die Elektropop-Combo Hot Chip auch schon in den Jahren vor der Erstveröffentlichung ihres Erfolgsalbums „The Warning“ in der britischen Clubszene auf sich aufmerksam machen konnte, war es vor allem dieser 2006 für den Mercury Music Price nominierte Longplayer, der den Groove-Nerds zum Durchbruch in den internationalen Medien und beim Publikum außerhalb Großbritanniens verhalf. Mit ihrem speziellen Mix aus Soul, HipHop und Elektro traf die anno 2000 durch die Schulfreunde Alexis Taylor und Joe Goddard ins Leben gerufene Indie-Band den Nerv der Zeit. Und zwar so sehr, dass sich bald Koryphäen wie David Byrne oder Brian Eno meldeten, was man als Ritterschlag werten könnte. Aus Anlass des bevorstehenden zwanzigjährigen Jubiläums von „The Warning“ werden jetzt neben dieser Produktion mit „One Life Stand“ und „Made in the Dark“ auch noch zwei weitere Vinyl-Meisterwerke von Hot Chip wiederveröffentlicht.  


Spiral Drive: REISE (VÖ: 17.7.)
Nachdem es der in Deutschland beheimateten Truppe um Raphael Neikes schon fürs Debütalbum „Visions in Bloom“ gelungen war, sich die Mitarbeit des Frontmanns einer der prägendsten Alternative-Rock-Combos Australiens zu sichern, brauchte der mittlerweile in New York lebende Ex- Children Collide-Soundfrickler Johnny Mackay jetzt im Vorfeld des Nachfolge-Longplayers erneut keinerlei Bedenkzeit, als ihn die Spiral Drive-Anfrage zum Mittun bei deren zweiter Produktion erreichte. Man traf sich in Mannheim, seit Carl Benz bekanntlich die Wiege der automobilen Reiselust, um via Gedankenaustausch und Studio-Sessions die ursprüngliche Hommage ans Auto zu einem Konzeptalbum über die unterschiedlichsten Transportmittel auszubauen. Gesagt, getan - ob per Auto, per Flugzeug oder per Rakete, innerhalb von nur fünf Tagen waren die Tracks eingespielt. Vertrackte Visionen, ultraentspannt produziert.


Tricky: DIFFERENT WHEN IT´S SILENT (VÖ: 17.7.)
Seit seinem Album „Fall to Pieces” aus dem Jahr 2020 war Tricky zwar produktiv, hat sich aber vor allem auf Gemeinschaftsprojekte mit seelenverwandten Kollegen konzentriert – so dass er uns mit „Different when it´s silent“ jetzt zum ersten Mal seit sechs Jahren wieder ein Album unter seinem eigenen Künstlernamen nahebringt. Gekonnt werden Blues und Elektronik-Sounds mit verzerrten Gitarren-Klängen und HipHop-Rhythmen zu einem Melodienteppich verwebt, über dem der Gesang der Tricky-Vertrauten Marta oder die Falsett-Stimme von Mitch Sanders schwebt. Cool, wie präzise die Waage zwischen kalkulierter Reizüberflutung und Ideenreichtum immer wieder aufs Neue austariert und gehalten wird.


Ella Fitzgerald: LIVE AT FALCONER THEATRE (VÖ: 24.7.)
Dank einer glücklichen Fügung konnte dieser vernichtet geglaubte Radiomitschnitt eines Kopenhagener Konzerts von Jazz-Koryphäe Ella Fitzgerald aus den 1960er Jahren kürzlich in einem Privatarchiv entdeckt und technisch überarbeitet jetzt als Live-Album der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Da farbige Musiker in Europa in den Dekaden nach dem Zweiten Weltkrieg ein Maß an Freiheit genossen, das ihnen in den USA oft verwehrt wurde, ist es verständlich, dass selbst die Creme de la Creme der US-Jazz-Community diesseits des Atlantiks gern ausgiebig tourten. Die Fitzgerald hatte in Kopenhagen bereits seit Anfang der 1950er Jahre regelmäßig Konzerte gegeben, zum Auftritt im Falkoner Theatre am 6. Februar 1966 ließ sie sich sowohl vom Jimmy Jones Trio als auch von Mitgliedern des Duke Ellington Orchestras begleiten – und man kann es ihrer Stimme anhören, wie sehr es die First Lady des Scatgesangs geliebt haben mag, sich frei vom Druck einer beabsichtigten Plattenproduktion durch Klassiker wie Mack the Knife zu swingen.


d'Artagnan: HELDEN X HYMNEN (VÖ: 24.7.)
Auf zehn erfolgreiche Jahre mit ihren gern auf Deutsch geschmetterten Folkrock-Krachern können dArtagnan inzwischen zurückblicken. Grund genug für die im fränkischen Nürnberg beheimatete Sechser-Truppe, sich fürs siebte Album „Helden x Hymnen“ jetzt Klassiker allseits bekannter Pop- und Rockgrößen vorzunehmen, um sie im typischen dArtagnan-Stil neu einzuspielen. Da bekommt Mike Oldfields „Moonlight Shadow“ einen keltischen Twist verpasst und Ozzy Osbournes Headbanger „Crazy Train“ funktioniert man zum Jig um. Ergänzt um die titelgebende Power-Ballade, die Sänger und Frontmann Ben Metzner beisteuern mochte, beeindruckt das Jubiläumsalbum mit furios gecoverten Hits von Bonnie Tyler über Celine Dion bis Phil Collins. Euphorisierend ideenreich.

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