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Wochenzeitung DIABOLO:
Künstlerische Vielfalt  
Ausstellungen im Oldenburger Kunstverein02.03.2017







Der Oldenburger Kunstverein gehört zu den ältesten Kunstvereinen in der Bundesrepublik. Bereits 1834 fanden sich in Oldenburg einige Gleichgesinnte zusammen und gründeten einen Verein zur „Belehrung über Kunstgegenstände und Förderung des Kunstsinns“. BürgerInnen der Stadt wollten die Kultur in ihrer Gesellschaft voranbringen, diesen Grundgedanken verfolgt der Oldenburger Kunstverein bis heute.

Alljährlich organisiert der Oldenburger Kunstverein Ausstellungen, die nationalen und internationalen Trends in der Kunst nachspüren und vielmals jungen KünstlerInnen die Chance bieten, ihre Werke der Öffentlichkeit zu präsentieren. „Mit unserem Programm wollen wir gerade junge Leute ansprechen und das Interesse für Kunst wecken“, erläutert Gertrude Wagenfeld-Pleister, Vorsitzende des Kunstvereines die Zielgruppe des Vereines. Zurzeit plant man bereits das Veranstaltungsprogramm für das Jahr 2018, denn steht das 175-jährige Jubiläum des Vereines an. Dabei will der Verein bekannte Oldenburger KünstlerInnen wieder zurück in die Stadt holen. So werden im kommenden Jahr Arbeiten von Thomas Schütte und Michael Beutler im Kunstverein am Damm zu sehen sein. „Michael Beutler hatte damals seine erste Einzelausstellung im Kunstverein und wir freuen uns sehr, dass er jetzt wieder hier zu sehen sein wird“, so Wagenfeld-Pleister. In diesem Jahr wird der Kunstverein den jungen Berliner Künstler Nasan Tur zeigen. Weiterhin wird es erneut eine Ausstellung zur Porträtfotografie geben. Dabei geht es dem Kunstverein nicht nur um das Ausstellen von Kunst, sondern auch um deren Vermittlung. So sind Vermittlungsangebote fester Bestandteil des Portfolios. Auch hier gibt es wiederum spezielle Angebote für Schulen und junge Menschen. Finanziert werden die Ausstellungen des Kunstvereines durch Projektmittel von Stiftungen und dem Land Niedersachsen, Beiträge der rund 700 Mitglieder kommen hinzu und für das Jahr 2017 stockte der Stadtrat die städtische Förderung auf 52.500 Euro auf. „Auch wenn es bei uns finanziell eng ist, freuen wir uns über diese Anerkennung seitens der Stadt sehr“, erklärt Wagenfeld-Pleister.
Aktuell zeigt der Oldenburger Kunstverein eine Ausstellung des Berliner Künstlers Florian Baudrexel. Die raumgreifenden Wandreliefs und Skulpturen des gebürtigen Münchners entstehen zumeist in der unmittelbaren Auseinandersetzung und ohne ein vorher ausgearbeitetes Konzept. Baudrexel will energiegeladene und kraftvolle Objekte schaffen, die sich die Rezipienten spielerisch erschließen sollen. Des Künstlers bevorzugtes Arbeitsmaterial ist dabei die Pappe. „Die Pappe ist meine Spielmasse und erlaubt es, im Gegensatz zur Bildhauerei, ohne große Widerstände zu arbeiten“, erklärt der Künstler. Die Arbeiten Baudrexels entstehen dabei oft aus Zufällen, sind aber keineswegs zufällig. „Die Pappe erlaubt es, immer wieder Stücke wegzunehmen und neue hinzuzufügen“, so Baudrexel. Die großflächigen Reliefs werden von Baudrexel darüber hinaus mit grafischen Collagen kontrastiert, die am Computer, in einer Art Improvisationsprozess, entstehen.

Text und fotos  |  christoph kienemann

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