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Tradition und Moderne
Irish Folk von Dánacht aus Oldenburg21.09.2017



Jede Szene braucht Nachwuchs, das gilt natürlich auch für den Irish Folk im Land. In Oldenburg haben sich fünf junge Folk-Enthusiasten zusammengefunden, um der Szene wieder frische Energie zu geben und ihrer Leidenschaft zur traditionellen irischen Musik Ausdruck zu verleihen. Zum Repertoire der Band gehören nicht nur traditionelle Folk-Songs, sondern auch Eigenkompositionen, die Auskunft über die verschiedenen musikalischen Einflüsse des Quintetts geben.
Wenn man in Deutschland an irische Musik denkt, dann erinnert man sich noch am ehesten an Namen wie The Pogues, The Dubliners oder Flogging Molly. Doch Irish Folk hat eine jahrhundertelange Tradition und lässt sich schon im 17. Jahrhundert nachweisen. Von der gewohnten europäischen Popmusik unterscheidet sich der Irish Folk schon allein durch seine Instrumentierung. Geige, Tin Whistles, Uilleann Pipes oder die Bodhrán prägen das Klangbild dieser traditionellen Musik. Seit jeher werden in Irland immer wieder neue Einflüsse in die Musik integriert und wer einmal die grüne Insel besuchte weiß, in jedem Pub wird dort musiziert und fast jeder macht mit. In Deutschland gibt es seit langem eine Szene, die sich ebenfalls für Irish Folk begeistert. Mittlerweile ist diese aber ein bisschen in die Jahre gekommen und für Menschen in den Zwanzigern ist es gar nicht so einfach, gleichgesinnte zum Musikmachen zu finden. Diesen Umstand nahm Tristan Pargmann zum Anlass, auf eigene Faust Mitstreiter zu suchen, die mit ihm Irish Folk spielen wollen. Selbst spielt er schon die traditionellen Uillean Pipes, eine irische Version des Dudelsacks. Der Musikstudent motiviert schnell weitere Musiker aus seinem Umkreis, auch wenn diese zuvor noch gar keine Berührungspunkte mit der Musik hatten. So finden sich im Herbst 2016 Geigerin Fiona, Bassistin Thea, Gitarrist Björn  zusammen. Von Beginn an stimmt die Chemie, nur ein wenig Perkussion fehlte noch. Letztere findet man in Janine, die die irische Rahmentrommel Bodhrán spielt. Dánacht waren damit gegründet und die Vision klar, traditionellen Irish Folk im modernen Gewand zu spielen.
„Das besondere am Irish Folk ist sein großer Facettenreichtum“, so Tristan, „es gibt viele traditionelle Songs, die in Irland in den Familien weitergegeben werden.“ Dazu gehören Lieder über die irische Auswanderung nach Amerika, Arbeiterlieder oder die Hungersnöte, die die Insel immer wieder heimsuchten. „Hinzu kommt, dass Irish Folk unheimlich energetisch ist, obwohl die Musik ja rein akustisch gespielt wird“, ergänzt Tristan. Aus dieser Mischung entstehen dann bei Auftritten immer wieder magische Momente, die ein Publikum ansprechen, dass so vielfältig wie die Musik selbst ist. Bei Dánacht kommt zudem hinzu, dass das Quintett aus den verschiedensten musikalischen Richtungen kommt. „Wir kommen alle aus unterschiedlichen Richtungen und bringen diese Traditionen mit ein“, erklärt Björn. Wenn man genau hinhört, findet man in den Arrangements der Gruppe also Anleihen aus Klassik, Pop oder Rock. Nach einer Experimentierphase zu Beginn haben Dánacht mittlerweile aus den Einflüssen der fünf unterschiedlichen Charaktere einen ganz eigenen Sound geschaffen, dem sie nun auch in Eigenkompositionen Ausdruck verleihen möchten. „Bei dieser traditionellen Musik ist das aber eine große Herausforderung, man muss schon aufpassen, dass man sich der Kultur mit Respekt nähert“, findet Tristan.
Für die Zukunft hat man sich natürlich auch einiges vorgenommen. Zunächst spielt man am 23. September im Bad Zwischenahner Stellwerk, bevor man im Oktober mit den Bremer Folk-Größen Versengold je ein Konzert in Berlin und Hannover spielen wird. Im Frühjahr 2018 will man dann mit den Aufnahmen für eine CD beginnen. „Dass die Musik gut ankommt, ist einfach unglaublich schön und macht dann auch als Musiker richtig Spaß“, so Björn.

Text und Foto: Christoph Kienemann


Info
Dánacht spielt am 23.09.17 im Bad Zwischenahner Stellwerk und im Oktober mit den Bremer Folk-Größen
Versengold in Berlin und Hannover.

Foto:
Über den Dächern von Oldenburg

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