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Wochenzeitung DIABOLO:
Emilia Smechowski
Polnisch-deutsches Hin und Her12.10.2017



Sollte es nicht selbstverständlich für Auswanderer sein, sich den Gepflogenheiten in der neuen Heimat anzupassen? Manche Migranten scheinen das für sich anders zu sehen. Und solange wir uns hierzulande nicht als Einwanderungsland begreifen und definieren, fassen in Ballungsräumen oder Großstädten Parallelgesellschaften verstärkt Fuß, denen die gelebte Demokratie mit all ihren Rechten und Pflichten schnurz ist.

Während sich diese Mentalität bei vielen Neubürgern beobachten lässt, liebäugelten Einwanderer aus polnischen Regionen schon in den 1980er Jahren damit, einen komplett anderen Weg einzuschlagen. Auf dem Weg in den Westen galt ihnen Integration als das Gebot der Stunde. Bloß nicht auffallen – „wir sind unsichtbar“, erinnert sich Emila Smechowski an das von den Eltern ausgegebene Mantra bereits im Vorfeld des „polnischen Abgangs“, den die Familie im Sommer 1988 vollziehen mochte. Offiziell bepackten die Smiechowscys, wie man damals noch hieß, ihren Polski Fiat für den Italien-Urlaub. Gleichwohl lautete das eigentliche Ziel: Westberlin. Die Eltern der damals Fünfjährigen erhofften sich als Ärzte im verheißungsvollen Westen ein besseres Leben als im westpreußischen Kaff Wejherowo. Und da sie sich ihrer Herkunft schämten, beschlossen sie über die Namensänderung hinaus auch gleich noch deutscher als die Deutschen sein zu wollen. Als Anästhesisten fanden Emilias Eltern im Nu Arbeit; wann immer Besuch anstand, tischte die Mutter der Fünfjährigen keine Piroggen oder Bigos auf, sondern italienischen Mozarella mit Tomate oder französische Quiche. Und gesprochen wurde nurmehr deutsch. „Wir Strebermigranten. Wir hatten uns hochgekämpft“, erinnert die heute 34-Jährige Autorin und Journalistin im Deutschlandfunk an jene Zeit, über die sie nun ein Buch geschrieben hat. „Meine Eltern arbeiteten als Ärzte, wir bauten ein Haus, mit Garten. Wir fuhren erst einen Mazda, dann einen BMW und einen Chysler, später nur noch Limousinen von Audi. Wir Kinder lernten Latein und Altgriechisch, Klavier und Ballett.“  
Mit 16 Jahren beschloss Emilia, eigene Wege zu gehen: Sie zog aus, studierte dann Operngesang und Romanistik, ging eine Zeitlang nach Italien – und bemerkte, wie sehr sie ihre polnischen Wurzeln verdrängt hatte. Fortan war das Herkunftsversteckspielen für Emilia vorbei. Sie arbeitete journalistisch für Blätter wie taz, Süddeutsche, Zeit, Geo. Begann sich als Teil einer zweiten Generation von Polen wahrzunehmen, die in Westdeutschland privilegiert aufgewachsen seien und ihren eigenen Weg zwischen beiden Kulturen finden müssen. Im Gegensatz zu vielen der mittlerweile 18,6 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland, die man auf der Straße auch als Menschen mit Migrationshintergrund erkennt, leben rund zwei Millionen polnische Aussiedler hierzulande wie die Chamäleons, quasi unsichtbar. Was das für Auswirkungen hat – und wie man damit aufwächst oder in jüngster Zeit eben auch zusehends mehr rebelliert, das ist das Thema von Emilia Smechowskis Romanerstling „Wir Strebermigranten“. Es ist die Geschichte einer Befreiung – und zugleich eine Reflexion über Migration, Integration und Heimat, zu der sich die Wahlberlinerin am 18. Oktober in Oldenburg äußern mag.

text  |  Horst E. Wegener

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Foto:
Über den Dächern von Oldenburg

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