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Neue Geschäftsführung30.04.2026
Interview & Foto: Thea Drexhage
MoX: Der Verein hat sich 2023 gegründet, wurde 2024 eingetragen. Seit diesem Jahr haben Sie die Geschäftsführung übernommen. Was sind Ihre Aufgaben?
Friederike Töbelmann: Die haben sich im Laufe der Jahre zum Teil sehr verändert. Ich bin 2012 eingestiegen im City Management als Projektmanagerin mit dem Schwerpunkt Veranstaltungen. 2018 habe ich die Geschäftsführung von der City Management GmbH übernommen und das bis 2020 gemacht, bis wir mit der OTM zusammengegangen sind.
Was ich toll finde ist, dass sich mein Aufgabenbereich jetzt etwas strategischer ausgerichtet hat. Beim City Management habe ich am Ende fast alles mitgemacht und mitgestaltet. In der OTM-Geschäftsstelle verteilt sich alles auf mehr Schultern. Schwerpunkttechnisch bin ich nun im Bereich „Netzwerken“ unterwegs, das ist mein Steckenpferd. Das macht mir Spaß, da es sehr spannend und inspirierend ist. Dazu kommt noch die strategische Ausrichtung des Vereins.
MoX: Was sind die übergeordneten Ziele von Gemeinsam für Oldenburg e.V.?
Töbelmann: Die Stärkung von Oldenburg bzw. der Oldenburger Innenstadt als Wirtschaftsstandort und unserer Mitglieder. In dem Thema Innenstadt ist so viel Dynamik und Entwicklung drin und ich finde, man liest viel zu oft Negativschlagzeilen darüber: Innenstadtsterben etc. Und das ist nicht auf Oldenburg begrenzt, sondern ein bundesweites Ding. Da möchten wir gezielt gegensteuern und unsere Netzwerke nutzen, um Maßnahmen zu entwickeln, dass wir nachhaltig und positiv in die Zukunft blicken können und keine Angst haben vor den Veränderungen, die auf uns zukommen, sei es strukturell durch den demografischen Wandel oder wirtschaftlich. Ganz konkret sind wir seit einer Weile mit dem Projekt „Talentquartier“ beschäftigt. Das ist ein Netzwerk zur Stärkung der betrieblichen Ausbildung, einerseits um unsere Mitglieder zu stützen und auch Ausbildungen attraktiver zu machen für Auszubildende. Das ist ein riesen Projekt, das uns die nächsten Jahre begleiten wird.
MoX: Wie sieht das genau aus?
Töbelmann: Die Idee dahinter entwickelt sich stetig weiter und wir stellen uns die Frage, wie wir uns dem Thema Ausbildung widmen können, um es attraktiver zu machen und mehr Nachwuchs zu finden. Derzeit planen wir Aktionen und führen sie teilweise auch schon aus, in denen wir Azubis ein bisschen vergleichbare Benefits schaffen wollen, wie sie Studierende schon haben. Studierende kommen überall in ein fertiges Netzwerk: es gibt ein Studierendenwerk und einen AstA der viel organisiert und du bist schon mal eingebettet und hast zudem noch viele Vergünstigungen und Veranstaltungen, die dich beim Studium aber auch privat unterstützen. Für Auszubildende ist das noch spärlich, weshalb wir Veranstaltungen und Aktionen durchführen, die die Auszubildenden jetzt nicht in ihrer Fachlichkeit qualifizieren, zwangläufig, denn das ist Sache der Betriebe und Berufsschulen, aber wir versuchen, ein Netzwerk aufzubauen. Wir waren schon mit ihnen beim VfB oder beim Weihnachtsmarkt und haben für dieses Jahr noch weitere Themen geplant. Dabei soll es auch nicht nur um Spaß gehen, sondern auch um überfachliche Themen, wie „erste eigene Wohnung“ oder Rhetoriktraining.
MoX: Seit 2020 befinden wir uns in einer Polykrise, die sich ja auch auf eure Mitglieder auswirkt. Wo liegen die größten Herausforderungen?
Töbelmann: Mit den Shutdowns brach vielen die Existenzgrundlage und Zukunftssicherheit weg. Dazu kommen Krieg und Energiekrise, aber je stärker das Netzwerk ist, desto besser kann auch die Resilienz sein. Man kann sich auf die anderen verlassen und das meine ich nicht nur innerhalb des Vereins in Oldenburg, sondern auch für meine Position. Wir sind ja auch eingebettet in größere
Netzwerke, wie bcsd e.V. – das ist ein bundesweiter Verband von City- und Stadtmarketings. Zu hören und zu sehen, dass es Kollegen bundesweit ähnlich geht, ist versichernd und es gibt zudem unglaublich viel Kollaborationsbereitschaft, was ich total toll finde. Ich habe nicht das Gefühl, dass da jeder nur sein eigenes Süppchen kocht, sondern alle haben unglaublich viel Motivation Best-Practice-Beispiele und Kontakte zu teilen. Das sind für mich die größten Lösungsansätze.
MoX: Welche Themen bewegen euch noch?
Töbelmann: Das Thema Aufenthaltsqualität in der Innenstadt ist immer ein großes Ding, auch da arbeiten wir mit verschiedenen Gruppen zusammen. Wir sind mit in der Lenkungsgruppe vom Programm „Resiliente Innenstadt“, wo es um ganz greifbare Dinge geht, die unsere Stadt schöner und attraktiver machen wollen. Innenstädte sind längst nicht nur Konsumorte, sondern eben auch das Herz einer Stadt, wo sich die Leute aufhalten wollen, zum Essen, zum Lernen, zum Arbeiten oder um sich einfach zu treffen. Die Innenstadt ist ein Knotenpunkt, wie früher der Marktplatz und das zu stärken ist uns sehr wichtig.
MoX: Wie ist Ihr persönlicher Bezug zu Oldenburg?
Friederike Töbelmann: Ich bin hier geboren, habe aber auch lange nicht hier gelebt, weil meine Familie 1990 weggezogen ist, und bin nach dem Studium zufällig wieder hergekommen, weil ich auf die Stelle beim City Management gestoßen bin. Damals war aber noch gar nicht abzusehen, wie sehr das Thema Innenstadt mal so meine Leidenschaft weckt, denn sie war halt einfach da. Ich finde meinen Job unglaublich vielfältig und bin sehr denkbar, ihn machen zu dürfen.
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