direkte Antwort ohne Umwege!
MoX Soundcheck KW45 / Heute
Texte: Horst E. Wegener
Tove Styrke: I THOUGHT THIS STORY WASN´T ABOUT ME (VÖ: 6.11.)
Gut möglich, dass man als Tochter eines Musikers und einer ehemaligen Balletttänzerin, die ihre Kleine schon sehr früh fürs Tanzen begeistern wollte, die musikalische Früherziehung quasi mit der Muttermilch eingeflößt bekommt. Mit gerade mal 18 Jahren konnte Tove Styrke jedenfalls bereits auf einige Top-Ten-Hits in ihrer schwedischen Heimat verweisen, war sie nach einem errungenen dritten Platz bei der Casting-Show Swedish Idol anno 2009 von Sony Music unter Vertrag genommen worden. Auf ihrem fünften Studioalbum bringt einem die elektronische, oft beachtlich minimalistisch arrangierte Pop-Ästhetik der Vollblutmusikerin jetzt eine Klangcollage nahe, die uns weniger an buntschillernden Mainstream-Pop erinnert, sondern eher dem Soundtrack zu einem Indiefilm gleicht, der sich zu einer intimen Auseinandersetzung mit den inneren Konflikten und Ängsten der Künstlerin ausweitet, um final in Selbsterkenntnis enden zu dürfen. Hörbar experimentell und eigenwillig!
Ane Brun: I TOUGHT WE WERE THE SAME (VÖ: 6.11.)
Eigentlich war die 1976 im norwegischen Städtchen Molde geborene Ane Brun ja drauf und dran, es ihrem als Anwalt arbeitenden Vater gleichzutun, weshalb sie an der Uni von Bergen Jura studierte. Mag sein, dass die Wahl der Nebenfächer Spanisch und Musikwissenschaften in Verbindung mit ihrem Talent fürs Hobby Musikmachen dann den Ausschlag gab, sich in Barcelona und San Sebastian als Straßenmusikerin zu versuchen. Zurück in der Heimat verfestigte sich der Wunsch, Liedermacherin werden zu wollen. Brun übersiedelte nach Schweden, wo sie 2003 auf eigenem Label ihr Debütalbum „Spending Time with Morgan“ veröffentlichte. Schon damals pflegte die Wahl-Stockholmerin einen unverkennbar eigenen Gesangsstil, der zuweilen zerbrechlich wirkt, es aber nicht ist. Fürs Hören ihrer Herzschmerz-Balladen gilt mehr denn je: Hohe Suchtgefahr!
Elena Shirin: INTER:STATES (VÖ: 6.11.)
Während viele europäische Musik-Talente ihr Glück zunächst in einer Metropole wie Berlin suchen, nahm die in Wien aufwachsende und an der Linzer Bruckner-Universität Komposition und Computermusik studierende Multibegabung Elena Shirin noch vorm Studienabschluss die Einladung einer New Yorker Indieband an, deren US-Tournee als support zu begleiten. Aus 26 Shows in 38 Tagen wurden schlussendlich zweieinhalb Jahre Nordamerikaaufenthalt, bevor es die sich zuletzt als Klavierlehrerin in Kalifornien austestende Überlebenskünstlerin wieder heimwärts zog. Ihrem Debütalbum „From A to Be”, das 2020 beim Berliner Motor-Entertainment-Label veröffentlicht wurde schiebt Shirin jetzt den „Inter:States“-Longplayer hinterher, mit Crossover-Schmankerln, die vom Immer-wieder-Aufstehen und dem Beharren auf Eigenständigkeit handeln und uns in einem Cocktail aus elektronisch glimmendem TripHop und NeoSoul serviert werden. Definitiv hörenswert!
Passenger: WILD LOVE (VÖ: 6.11.)
Auf seinem neuesten Studioalbum „Wild Love“ versammelt der britische Multi-Platin-Künstler Passenger alias Mike Rosenberg zutiefst persönliche Tracks, die seine Urängste oder das Glück eines späten Ehemanns und Vaters spiegeln. Der ewige Single dürfte einem spätestens seit seinem mit Ed Sheeran zusammen gesungenen Megahit „Let her go“ ein Begriff sein. Die seit 2009 beständig veröffentlichten Alben des Weltenbummlers warten mit einem Mix aus Singer-Songwriter-Pop und Folk auf, über dem die unverkennbar einfühlsame Reibeisenstimme Rosenbergs Feierabend-stimulierend wirkt, so dass den „Wild Love“-Hörern im Nu warm ums Herz wird. Perfekte Musik für die kalte Jahreszeit.
Selig: THE EPIC YEARS (VÖ: 6.11.)
Selig sind seit ihrer Gründung anno 1993 in Hamburg in das Kollektive Gedächtnis der deutschen Grunge-Generation eingebrannt. Mit Songs wie der Chorus-Mitschmetter-Ballade „Ohne dich“, den Groove-Klassikern „Wenn ich wollte“ oder später „Ist es wichtig?“ stürmte die verschworene Truppe um Frontmann und Sänger Jan Plewka die Charts. Zudem trat man den Beweis an, dass melodien- und gitarrengetriebener Rock nicht nur US-Legenden wie Nirvana oder den Black Crowes vorbehalten war, sondern auch mit deutschen Songtexten funktionieren konnte. Nach ihrer Bandauflösung 1999 und dem Comeback 2008 wird jetzt mit „The Epic Years“ an die drei Alben der Selig-Topphase von ´94 bis ´97 erinnert – mit Hit-Tracks, über die man beim Wiederhören sagen muss: Kein bisschen Staub angesetzt!
Texte: Horst E. Wegener
Tove Styrke: I THOUGHT THIS STORY WASN´T ABOUT ME (VÖ: 6.11.)
Gut möglich, dass man als Tochter eines Musikers und einer ehemaligen Balletttänzerin, die ihre Kleine schon sehr früh fürs Tanzen begeistern wollte, die musikalische Früherziehung quasi mit der Muttermilch eingeflößt bekommt. Mit gerade mal 18 Jahren konnte Tove Styrke jedenfalls bereits auf einige Top-Ten-Hits in ihrer schwedischen Heimat verweisen, war sie nach einem errungenen dritten Platz bei der Casting-Show Swedish Idol anno 2009 von Sony Music unter Vertrag genommen worden. Auf ihrem fünften Studioalbum bringt einem die elektronische, oft beachtlich minimalistisch arrangierte Pop-Ästhetik der Vollblutmusikerin jetzt eine Klangcollage nahe, die uns weniger an buntschillernden Mainstream-Pop erinnert, sondern eher dem Soundtrack zu einem Indiefilm gleicht, der sich zu einer intimen Auseinandersetzung mit den inneren Konflikten und Ängsten der Künstlerin ausweitet, um final in Selbsterkenntnis enden zu dürfen. Hörbar experimentell und eigenwillig!
Ane Brun: I TOUGHT WE WERE THE SAME (VÖ: 6.11.)
Eigentlich war die 1976 im norwegischen Städtchen Molde geborene Ane Brun ja drauf und dran, es ihrem als Anwalt arbeitenden Vater gleichzutun, weshalb sie an der Uni von Bergen Jura studierte. Mag sein, dass die Wahl der Nebenfächer Spanisch und Musikwissenschaften in Verbindung mit ihrem Talent fürs Hobby Musikmachen dann den Ausschlag gab, sich in Barcelona und San Sebastian als Straßenmusikerin zu versuchen. Zurück in der Heimat verfestigte sich der Wunsch, Liedermacherin werden zu wollen. Brun übersiedelte nach Schweden, wo sie 2003 auf eigenem Label ihr Debütalbum „Spending Time with Morgan“ veröffentlichte. Schon damals pflegte die Wahl-Stockholmerin einen unverkennbar eigenen Gesangsstil, der zuweilen zerbrechlich wirkt, es aber nicht ist. Fürs Hören ihrer Herzschmerz-Balladen gilt mehr denn je: Hohe Suchtgefahr!
Elena Shirin: INTER:STATES (VÖ: 6.11.)
Während viele europäische Musik-Talente ihr Glück zunächst in einer Metropole wie Berlin suchen, nahm die in Wien aufwachsende und an der Linzer Bruckner-Universität Komposition und Computermusik studierende Multibegabung Elena Shirin noch vorm Studienabschluss die Einladung einer New Yorker Indieband an, deren US-Tournee als support zu begleiten. Aus 26 Shows in 38 Tagen wurden schlussendlich zweieinhalb Jahre Nordamerikaaufenthalt, bevor es die sich zuletzt als Klavierlehrerin in Kalifornien austestende Überlebenskünstlerin wieder heimwärts zog. Ihrem Debütalbum „From A to Be”, das 2020 beim Berliner Motor-Entertainment-Label veröffentlicht wurde schiebt Shirin jetzt den „Inter:States“-Longplayer hinterher, mit Crossover-Schmankerln, die vom Immer-wieder-Aufstehen und dem Beharren auf Eigenständigkeit handeln und uns in einem Cocktail aus elektronisch glimmendem TripHop und NeoSoul serviert werden. Definitiv hörenswert!
Passenger: WILD LOVE (VÖ: 6.11.)
Auf seinem neuesten Studioalbum „Wild Love“ versammelt der britische Multi-Platin-Künstler Passenger alias Mike Rosenberg zutiefst persönliche Tracks, die seine Urängste oder das Glück eines späten Ehemanns und Vaters spiegeln. Der ewige Single dürfte einem spätestens seit seinem mit Ed Sheeran zusammen gesungenen Megahit „Let her go“ ein Begriff sein. Die seit 2009 beständig veröffentlichten Alben des Weltenbummlers warten mit einem Mix aus Singer-Songwriter-Pop und Folk auf, über dem die unverkennbar einfühlsame Reibeisenstimme Rosenbergs Feierabend-stimulierend wirkt, so dass den „Wild Love“-Hörern im Nu warm ums Herz wird. Perfekte Musik für die kalte Jahreszeit.
Selig: THE EPIC YEARS (VÖ: 6.11.)
Selig sind seit ihrer Gründung anno 1993 in Hamburg in das Kollektive Gedächtnis der deutschen Grunge-Generation eingebrannt. Mit Songs wie der Chorus-Mitschmetter-Ballade „Ohne dich“, den Groove-Klassikern „Wenn ich wollte“ oder später „Ist es wichtig?“ stürmte die verschworene Truppe um Frontmann und Sänger Jan Plewka die Charts. Zudem trat man den Beweis an, dass melodien- und gitarrengetriebener Rock nicht nur US-Legenden wie Nirvana oder den Black Crowes vorbehalten war, sondern auch mit deutschen Songtexten funktionieren konnte. Nach ihrer Bandauflösung 1999 und dem Comeback 2008 wird jetzt mit „The Epic Years“ an die drei Alben der Selig-Topphase von ´94 bis ´97 erinnert – mit Hit-Tracks, über die man beim Wiederhören sagen muss: Kein bisschen Staub angesetzt!














