Perspektive von außen / Gestern
Text & Foto: Thea Drexhage
Nun schaut er auch hinter die Fassade des gutbürgerlichen Oldenburgs. Schon als Kind nutzte er die Möglichkeit, seine Kreativität voll auszuleben. Dabei ging es ihm nie darum, einfach nur Dinge zu schaffen, sondern kreative Ausdrucksmöglichkeiten als Mittel zu nutzen, um einen Dialog zu öffnen. „Ich sehe mich da als ganz kleiner Junge in meinem Zimmer sitzen und ein Puppentheater bauen. Manchmal war das Bauen dieses Theaters das viel Spannendere für mich als das eigentliche Stück. Aber diese Geschichten dann meinen Eltern vorzuspielen war auch wichtig“, schaut er zurück.
In der Jugend eignete er sich dann weitere kreative Prozesse wie das Klavier- und Gitarrespiel an. Als es dann aber um die berufliche Zukunft ging, waren Musik und Theater nicht unbedingt das, was er professionell verfolgen wollte. „Ich hatte so gar keine Idee, was aus mir werden sollte. Mein Abitur habe ich noch vor der Wende gemacht und das Berufsbild eines freiberuflichen Architekten, wie wir ihn heute kennen, gab es damals noch nicht“, erzählt er. Trotzdem wurde es ein Architekturstudium, welches er nach der Wende an der Bauhaus Universität abschloss. Dieser Beruf ermöglichte es ihm zum einen, kreatives Schaffen und den Kontakt zu Menschen weiter zu pflegen und zum anderen auch, gut herum zu kommen. So lebte er auch in Berlin und Dresden, bevor es ihn und seine Ehefrau in der Coronazeit nach Oldenburg verschlug, da sie hier am Theater Hof/19 tätig ist. Sein Verlag wurde direkt hellhörig und schlug vor, doch auch ein Buch über diese Stadt zu schreiben. Dies ist als Neuankömmling gar nicht so einfach, weshalb sich Stefan Hasselmann mit einigen Uroldenburgern austauschte, aber über so wirklich schlimme Dinge konnten diese auch nichts berichten. „Deshalb geht es auch um Geschichten, die vielleicht nicht so offensichtlich sind. Wenn man sonntags durch die Stadt geht, sind die Straßen menschenleer. Aber manchmal leuchtet irgendwo ein Fenster, oder man hört ein Geräusch und damit beginnt dann auch das Buch“, so Hasselmann. Am 5.11. wird er erstmals daraus im Stadtmuseum vorlesen und ist schon gespannt auf die Reaktionen des Publikums. „Ich habe auch etwas Angst vor Leuten, die alles besser wissen als ich, aber freue mich gleichzeitig über Widerspruch’, lacht er. So oder so wird die Lesung dabei helfen, sich noch mehr in der Stadt zu vernetzen, denn „der Neue’ zu sein, den so gar niemand kennt, war ein ungewohntes Gefühl. „In Weimar war mein Vater sehr in der Stadtpolitik und Kultur aktiv, weshalb man auch mich kannte. Hier fühlte sich das im ersten Moment etwas nach Entfremdung an“, erzählt Hasselmann. Also raus aus dem Büroalltag und rein in mögliche dritte Orte, denn auch musikalisch konnte sich der Autor im letzten Jahr zunehmend in der Stadt einbringen. Hier ange-kommen, hat er viele Spielorte entdecken können, die sich im Rock- und Metal Bereich bewegen, doch die Liedermacher und Singer-/Songwriter kamen ihm etwas zu kurz. Daher hat er eine offene Bühne im Kreativcafé (Kurwickstraße 12) etablieren können, die schnell ein Stammpublikum aufgebaut hat. Obwohl Oldenburg im ersten Moment nicht so spannend und kulturell vielfältig klingt, wie Dresden, Weimar oder Berlin, konnte sich der 58-Jährige gut mit der Huntestadt anfreunden. Die kreativen Tätigkeiten als auch der Architektenberuf emöglichen es ihm außerdem, weiterhin viel zu reisen. In der Musik und Literatur findet Stefan Hasselmann den Gegenpol zum Berufsalltag: „Es ist ein Beruf, den ich sehr liebe, aber das Dasein ist auch sehr schnelllebig geworden und als Architekt als Schnittpunkt zwischen all den Gewerken, wird man schnell zu demjenigen, auf den alle Probleme abgewälzt werden. Daher ist ein Ausgleich sehr wichtig.“
Text & Foto: Thea Drexhage
Nun schaut er auch hinter die Fassade des gutbürgerlichen Oldenburgs. Schon als Kind nutzte er die Möglichkeit, seine Kreativität voll auszuleben. Dabei ging es ihm nie darum, einfach nur Dinge zu schaffen, sondern kreative Ausdrucksmöglichkeiten als Mittel zu nutzen, um einen Dialog zu öffnen. „Ich sehe mich da als ganz kleiner Junge in meinem Zimmer sitzen und ein Puppentheater bauen. Manchmal war das Bauen dieses Theaters das viel Spannendere für mich als das eigentliche Stück. Aber diese Geschichten dann meinen Eltern vorzuspielen war auch wichtig“, schaut er zurück.
In der Jugend eignete er sich dann weitere kreative Prozesse wie das Klavier- und Gitarrespiel an. Als es dann aber um die berufliche Zukunft ging, waren Musik und Theater nicht unbedingt das, was er professionell verfolgen wollte. „Ich hatte so gar keine Idee, was aus mir werden sollte. Mein Abitur habe ich noch vor der Wende gemacht und das Berufsbild eines freiberuflichen Architekten, wie wir ihn heute kennen, gab es damals noch nicht“, erzählt er. Trotzdem wurde es ein Architekturstudium, welches er nach der Wende an der Bauhaus Universität abschloss. Dieser Beruf ermöglichte es ihm zum einen, kreatives Schaffen und den Kontakt zu Menschen weiter zu pflegen und zum anderen auch, gut herum zu kommen. So lebte er auch in Berlin und Dresden, bevor es ihn und seine Ehefrau in der Coronazeit nach Oldenburg verschlug, da sie hier am Theater Hof/19 tätig ist. Sein Verlag wurde direkt hellhörig und schlug vor, doch auch ein Buch über diese Stadt zu schreiben. Dies ist als Neuankömmling gar nicht so einfach, weshalb sich Stefan Hasselmann mit einigen Uroldenburgern austauschte, aber über so wirklich schlimme Dinge konnten diese auch nichts berichten. „Deshalb geht es auch um Geschichten, die vielleicht nicht so offensichtlich sind. Wenn man sonntags durch die Stadt geht, sind die Straßen menschenleer. Aber manchmal leuchtet irgendwo ein Fenster, oder man hört ein Geräusch und damit beginnt dann auch das Buch“, so Hasselmann. Am 5.11. wird er erstmals daraus im Stadtmuseum vorlesen und ist schon gespannt auf die Reaktionen des Publikums. „Ich habe auch etwas Angst vor Leuten, die alles besser wissen als ich, aber freue mich gleichzeitig über Widerspruch’, lacht er. So oder so wird die Lesung dabei helfen, sich noch mehr in der Stadt zu vernetzen, denn „der Neue’ zu sein, den so gar niemand kennt, war ein ungewohntes Gefühl. „In Weimar war mein Vater sehr in der Stadtpolitik und Kultur aktiv, weshalb man auch mich kannte. Hier fühlte sich das im ersten Moment etwas nach Entfremdung an“, erzählt Hasselmann. Also raus aus dem Büroalltag und rein in mögliche dritte Orte, denn auch musikalisch konnte sich der Autor im letzten Jahr zunehmend in der Stadt einbringen. Hier ange-kommen, hat er viele Spielorte entdecken können, die sich im Rock- und Metal Bereich bewegen, doch die Liedermacher und Singer-/Songwriter kamen ihm etwas zu kurz. Daher hat er eine offene Bühne im Kreativcafé (Kurwickstraße 12) etablieren können, die schnell ein Stammpublikum aufgebaut hat. Obwohl Oldenburg im ersten Moment nicht so spannend und kulturell vielfältig klingt, wie Dresden, Weimar oder Berlin, konnte sich der 58-Jährige gut mit der Huntestadt anfreunden. Die kreativen Tätigkeiten als auch der Architektenberuf emöglichen es ihm außerdem, weiterhin viel zu reisen. In der Musik und Literatur findet Stefan Hasselmann den Gegenpol zum Berufsalltag: „Es ist ein Beruf, den ich sehr liebe, aber das Dasein ist auch sehr schnelllebig geworden und als Architekt als Schnittpunkt zwischen all den Gewerken, wird man schnell zu demjenigen, auf den alle Probleme abgewälzt werden. Daher ist ein Ausgleich sehr wichtig.“










