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Wochenzeitung DIABOLO:
Layla M12.04.2018

<i>Wochenzeitung DIABOLO:</i><br />Layla M

Der Alltag in Amsterdam entwickelt sich für die 18-jährige Layla (Koussour) zusehends schwieriger – seit sie als Kind marokkanischer Einwanderer gegen die sowohl in ihrer Schule als auch im privaten Umfeld spürbar anti-islamische Stimmung zu opponieren beginnt.

Zwar fallen die Noten der langjährigen Musterschülerin allemal gut genug aus, um damit sogar das ersehnte Medizinstudium in Betracht ziehen zu können. Andererseits: Sich wie ihre ach so angepassten, sprich integrierten Eltern permanent zu muslimischen Glaubensfragen nicht äußern zu wollen, geht der 18-Jährigen längst total gegen den Strich. Um sich mit der arabischen Community im Nahen Osten zu solidarisieren trägt Layla also Kopftuch, korrespondiert mit dem Dschihadisten Abdel (Addab) – und marschiert bei Demos mit. Als sie bei einer dieser Protestveranstaltungen verhaftet wird, beschließt Layla ihrem bisherigen Leben endgültig Adieu zu sagen: Bricht die Schule ab und heiratet Abdel. Doch wie zunächst geplant einfach nur gen Belgien umzuziehen, kommt mit dem Geheimdienst an Abdels Fersen für unser Paar nicht wirklich in Betracht. Bleibt Jordanien als Ziel. Doch im Nahen Osten erst mal angekommen, muss Layla entdecken, dass Frauen im Islam herzlich wenig zu sagen haben. Reichlich spät keimt die Sehnsucht nach ihrem früheren Leben wieder in der 18-Jährigen auf…
„Layla M“ befeuert unsere islamkritische Skepsis. Allerdings schlägt sich der niederländische Regisseur Mijke de Jong zugleich denkbar geschickt auf die Seite seiner Hauptdarstellerin, skizziert er ihren Weg hin zur Radikalisierung als Reaktion auf die in Europa immer stärker vorherrschende Abgrenzungs- und Desintegrations- und Hasspolitik. Sobald uns dieser Aspekt des Films nachdenklich macht, hat „Layla M“ sein Ziel erreicht.


Layla M
Niederlande/ Belgien/ Deutschland ´16: R: Mijke de Jong, D: Nora El Koussour, Ilias Addab, Hassan Akkouch, Yasemin Cetinkaya.
Wertung: ✸ ✸ ✸ ✸  ✸ ✸
Cine k: ab Do. 12.4.


Text | Horst E. Wegener

Foto:
Über den Dächern von Oldenburg

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