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Hinter den Kulissen - Ein empfindliches Instrument wurde auf einem Flug zerstört09.02.2021





Für Musiker*innen ist das passende Instrument für die Entwicklung eines eigenen Klangs mindestens genauso wichtig, wie das passende Talent. So schwört auch der Klassikgitarrist Adam Marec auf seine Gitarre vom Oldenburger Gitarrenatelier Stark. So ein spezielles Instrument aus Meisterhand überdauert be-stenfalls mehrere Jahrzehnte. Marec entdeckte die Instrumente des Gitarrenbauers bei einem Festival in der Slowakei, wo der französische Gitarrist Eric Franceries mit Starks erster Gitarre auftrat, welche Marec so überzeugte, dass dieser direkt eine bestellte. Das ist nunmehr 13 Jahre her. Nun verhält es sich leider so, dass Konzertgitarren empfindliche Instrumente sind, die gerade unterwegs sorgsam gehandhabt werden müssen. Bei einem Flug mit Iberia Airlines von Wien nach Granada über Madrid geschah es dem Musiker das erste Mal, dass er trotz Bitte sein Instrument nicht mit in das Flugzeug nehmen und in den Fächern für Handgepäck verstauen durfte, sondern es mit den Koffern in den Frachtraum des Flugzeugs aufgeben musste. Schon bei der Zwischenlandung in Madrid überkam ihn ein ungutes Gefühl. In Granada angekommen sah er dann, dass der Koffer verkehrt herum auf dem Förderband lag, bevor sich herausstellte, dass die Oberseite sowie die Gitarre im Inneren völlig zerstört waren. Bei einem Gitarrenkoffer, der normalerweise einer Last von 100kg standhalten sollte, ist es schwer vorstellbar, wie mit dem Instrument hinter den Kulissen umgegangen wurde. Natürlich legte Marec eine offizielle Beschwerde ein, von Iberia Airlines kam jedoch bis heute kein Wort. Auch über die sozialen Medien wurde versucht, Druck auf die Fluggesellschaft auszuüben, bisher erfolglos. Die finanzielle Lage, erschwert durch die Auswirkungen der Coronakrise, erlaubt es dem Musiker derzeit nur, mit Leihinstrumenten zu spielen. Also entschied sich Daniel Stark kürzlich, eine Crowdfundingkampagne zur Finanzierung der Reparatur des Instruments, deren Kosten sich auf etwa 3000 Euro sowie 500 Euro für einen neuen Koffer belaufen, ins Leben zu rufen. Freiwillige Spender*innen gehen dabei auch nicht leer aus, sondern können beispielsweise einem intimen Konzert im Gitarrenatelier Stark von Adam Marec beiwohnen. An dieser Stelle mag sich der Laie fragen, ob eine neue Gitarre nicht günstiger wäre. Das hätte allerdings Einfluss auf die Handschrift des Musikers, welcher im Crowdfundingvideo erklärt: „Für mich ist diese Gitarre von Daniel Stark von unschätzbarem Wert und unersetzbar.“ Die scheinbar hohen Kosten der Reparatur erklärt Daniel Stark wie folgt: „Die Decke dieser Gitarre ist sehr aufwändig gefertigt. Das nennt sich Double-Top, das ist eine Decke in Sandwichbauweise mit 2 Schichten und einem Kernmaterial. Bei Adams Gitarre sind beide Schichten und auch der Kern zerbrochen, wodurch es irreparabel ist. Das bedeutet, dass die Decke ausgewechselt werden muss, was sehr viel Arbeit bedeutet. Das Griffbrett muss abgenommen, die Ränder abgefräst und die alte Decke abgenommen werden. Es muss eine neue Decke hergestellt werden, allein das dauert 3 Tage, dann kommen noch 2 Tage für den Einbau dazu und später dann die Lackierung. Im Prinzip ist es der Aufwand, wie eine halbe Gitarre zu bauen. Dieses spezielle Instrument hat einen Wert von 8000-9000 €.“ Außerdem möchte der Gitarrenbauer, der sein Handwerk 4 Jahre lang studiert hat, bevor er sich selbstständig machte, aus der allgemein miesen Situation etwas Gutes schaffen, falls bei dem Crowdfundingprojekt mehr Geld zusammenkommen sollte, als geplant – und zwar eine Gitarre entwickeln, die so zerlegbar ist, dass Musiker*innen sie im Handgepäck transportieren können. Ein Unterfangen, dass bei den Abmessungen einer Konzertgitarre nicht ganz einfach ist. „Ich denke, dass das generell für viele reisende Musiker interessant wäre. Es gibt zwar Reisegitarren von größeren Herstellern, aber bei diesen muss man immer Kompromisse eingehen. Ein professioneller Klassikgitarrist, der mit diesem Instrument auftritt, kann natürlich keinen Kompromiss eingehen. Ich habe mir etwas überlegt, was funktionieren sollte. Der Umbau würde dann etwa 10 Minuten betragen. Ich werde es auf jedem Fall irgendwie umsetzen. Ich weiß nicht, ob ich es in diesem Jahr noch schaffe, aber die Idee dafür ist fertig und aufgezeichnet.“




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