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Das Moka Efti Orchestra27.02.2020



Text |  Horst E. Wegener
Bild  | Joachim Germ

Der Fernsehserienerfolg „Babylon Berlin“ hat Zuschauer in aller Welt nicht nur mit einer souverän gemeisterten Adaption der Buchvorlage begeistert, sondern auch durch die Musik gepunktet.

Man muss sich ja nur mal den Titelsong „Zu Asche, zu Staub“ anhören - und wird dank der großartig singenden Schauspielerin Severija umgehend in der Roaring-Twenties-Atmosphäre der auf schweißtreibendes Amüsement abonnierten Tanztempel aufschlagen. Jenen legendären Ruf, den heutzutage etwa das spreeathener Berghain genießt, hielt in den 1920ern das Moka Efti hoch: In-Club der Metropole, den Berlinbesucher als dekadentes Highlight auf ihrer Liste der abzuklappernden Highlights gern ganz oben vermerkten. Die dort vom Hausorchester gespielte Livemusik, größtenteils Hotjazz, Balladen und Gassenhauer, ist echte Handarbeit – zu der die Anwesenden im Saal ekstatisch mittanzen oder zumindest mit den Fingern schnipsen.
Als Serien-Strippenzieher und Regisseur Tom Tykwer anno 2016 den Komponisten Nikko Weidemann bat, sich um die Szenenmusik für „Babylon Berlin“ zu kümmern, dürfte niemand geahnt haben, dass daraus drei Jahre später ein eigenständiges Orchester entstehen würde. Und doch kam es so, funktioniert das Moka Efti Orchester nicht nur am Filmset, sondern erobert das Ensemble längst auch die Clubs der Republik.
Dabei fällt auf, dass sich das Komponisten-Duo Weidemann und Mario Kamien zusammen mit Sebastian Borkowski, dem Dirigent der 14-köpfigen Truppe live längst nicht bloß auf den Soundtrack von „Babylon Berlin“ beschränken. Der große Bogen, der mit Veröffentlichung des Longplayer-Erstlings „Erstausgabe“ von Moka Efti geschlagen wird, reicht vom wild funkelnden Song-Amalgam aus Kurt Weill und Frankie goes to Hollywood, an das uns Severijas „Zu Asche, zu Staub“ erinnert, über melancholische Tango-Balladen à la „Snake“ hin zu Nummern, die à la „Rainbow“ mal wie eine Verbeugung vor Nick Cave klingen oder im Fall von „Lange Beene“ den Hut ´ vor olle Paul Linckes Gassenhauern ziehen.
Wen wundert´s, dass die Moka Efti-Konzerte seit ihrem Tourneedebüt im Mai 2018 allesamt ausverkauft waren; anlässlich der Veröffentlichung von „Erstausgabe“ wurde die kürzlich im Berliner Ballhaus Mitte anberaumte Record Release Sause jetzt nicht minder euphorisch bejubelt. Und weiter geht´s: Wer da demnächst in Bremen nicht ekstatisch mittanzt, dem ist schwerlich zu helfen.



Moka Efti Orchestra
Di. 10.3., 20 Uhr, Modernes, BRE

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