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Musikalischer Wanderer: Abou-Khalil – Nächste Runde06.02.2020



Text  | Horst E. Wegener
Bild  | Kulturetage

Wer gern in simplen Kategorisierungen denkt, wird sich an Rabih Abou-Khalils Musik die Zähne ausbeißen. Denn die Arbeiten des aus dem Libanon stammenden Wahl-Europäers sind weder nur in arabische Traditionen eingebettet noch ausschließlich vom westlichen Klassik-Verständnis geprägt. Bisweilen setzt der zunächst in Beirut und später dann in München akademisch geschulte Komponist und Oud-Spieler auch ganz gern auf Improvisationstechniken, wie sie einem aus der Avantgardemusik geläufig oder vom Modern Jazz her vertraut sein könnten.

So betrachtet stellt Abou-Khalil den perfekten Grenzgänger zwischen den unterschiedlichsten musikalischen Genres dar. Gleich einem Wanderer zwischen den Kulturen verdichtet und überarbeitet der nach langem Aufenthalt in Deutschland mittlerweile in Südfrankreich lebende Vollblut-Musiker all seine Kompositionen zu einer hochintelligenten Klangmelange, bar der derzeit populären worldmusikalischen Attitüden.
Mit hoher spielerischer und kompositorischer Kompetenz gelingt es dem 1957 im Zedernstaat geborenen und dort aufgewachsenen Virtuosen immer wieder und auf außergewöhnliche Weise, die oftmals konträren Welten visionär miteinander zu verschmelzen. Höchst erfolgreich werden da von ihm musikalische Brückenschläge erarbeitet zwischen Orient und Okzident, schaltet er zwischen ethnischen Klängen und Jazz oder auch Tradition und Moderne hin und her. Wenig verwunderlich, dass Abou-Khalil dafür Kreative aus aller Welt um sich scharen kann – darunter Jazzer wie Charlie Mariano, Kenny Wheeler, Joachim Kühn, der Weltmusiker  Glen Velez, das auf Modern Klassik abonnierte  Kronos Quartet oder das BBC Symphony Orchestra.
Als an Politik Desinteressierter dachte der ab 1975 an Beiruts Hochschule in arabischer und westlicher Kompositionslehre eingeschriebene Musikus mit Ausbruch des Bürgerkriegs in seinem Heimatland übers Weiterstudieren im Ausland nach, setzte er sich anno ‘78 nach München ab. Begabt wie kein zweiter, verkauften sich seine Alben alsbald wie geschnitten Brot: Mit über 500.000 verkauften Tonträgern durfte sich Abou-Khalil etwa auf dem deutschen Jazzmarkt schnell zu den Topsellern zählen. Allein im Jahr 1999 verlieh ihm aufgrund seiner Rekordverkäufe die Deutsche Phono-Akademie fünf German Jazz Awards. So sehr seine Grenzgänger-Produktionen als hochkarätige Highlights mittlerweile in den Feuilletons gewürdigt werden, so spektakulär geraten Konzerte des Altmeisters. Anfang Juli 2019 erschien nach siebenjähriger Pause Rabih Abou-Khalils aktuelles Album „The Flood and the Fate of the Fish“, das er im kommenden Monat auch in Oldenburg live präsentieren wird. Noch gibt es Tickets…


Rabih Abou-Khalil,
18.3., 20 Uhr, Kulturetage, OL

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