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Bekanntes und Amüsantes: Lutz Görner und Nadia Singer zu Gast in Oldenburg30.01.2020



Text  |  Horst E. Wegener

Da er mit dem Geiger Joseph Joachim eng befreundet ist, bekommt der junge Johannes Brahms schnell Zutritt zu den großbürgerlichen und eher konservativ eingestellten Kreisen – darunter musikliebende Ärzte, Apotheker und Rechtsanwälte. Womit nicht gesagt sein soll, dass der Hamburger Brahms, der sich im Laufe seiner Komponistenkarriere zum Wiener Vorzeige-Romantiker entwickeln sollte,  ebenfalls einen konservativen Musikgeschmack gepflegt hätte. Ganz im Gegenteil: Wie Komponistenkollege Schumann begeistert sich auch Brahms für E.T. A. Hoffmanns Kreisler-Dichtungen, und er hat wenig Freude an der Formalästhetik des Eduard Hanslicks. An Clara Schumann schreibt Brahms, dass er Hanslicks theorielastige Schwarte „Vom Musikalisch Schönen“ zwar brav durchlesen wolle – „ich fand aber gleich beim Durchsehen so viel Dummes, daß ich’s ließ.“ Von komponierenden Kollegen wie Wagner und Liszt zunächst akzeptiert, verhärten sich aufgrund seiner Klartext-Aussagen zum Wesen jeglicher Zukunftsmusik die Fronten, wird Brahms ab 1860 allgemein zum konservativen Kreis gerechnet. Eine stimmige Betrachtung insoweit als sich Brahms den Tendenzen der Neudeutschen Schule um Liszt und Wagner widersetzt, stattdessen lieber die thematisch-motivische Arbeit von Haydn und Beethoven aufgreift, um sie mit entwickelnder Variation und stufenreicher Harmonik kammermusikalisch zu erkunden. So gesehen liegt denn auch niemand ganz falsch, der selbst die sinfonischen Werke Brahms eigentlich der Kammermusik zuweisen mag.
Nachdem uns das Komponisten-affine Kulturduo Lutz Görner und Nadia Singer seit nunmehr sechs Jahren schon mit musikalisch-verbalen Portraits zu Musikgrößen früherer Epochen unterhält, schieben sie ihren Erkundungen zu Franz Liszt jetzt einen Johannes Brahms-Abend hinterher. Und wie gewohnt stellt Plauderer Görner dem Publikum Bekanntes und amüsant Unbekanntes aus der Vita des 1897 Verstorbenen vor, hat Tastenvirtuosin Singer stets die passenden Kompositionen parat. Prädikat: so hörens- wie sehenswert!

Am 7.2. ab 19:30 Uhr im PFL, OL bringt uns das Duo Görner/Singer Musik und Leben des Komponisten Johannes Brahms näher.

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