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DIABOLO Wochenzeitung:
Block 'n' Roll Gitarre und Cello ergeben die Blockflöte des Todes12.06.2019



Text  |  Raphael Siems

Eines hat sich Matthias Schrei mit seinem Namen ganz alleine eingebrockt. Er muss immer wieder klarstellen: Nein, auch wenn das Instrument im Namen vorkommt und auch wenn er es neben anderen Instrumenten durchaus spielen KANN – er spielt in diesem Projekt keine Blockflöte, sondern Akustikgitarre. Die Blockflöte ist er selber. Es ist sozusagen sein Pseudonym, manchmal nennt er sich auch liebevoll Flöti. Und so wie er keine Flöte vor den Mund nimmt, so auch kein Blatt. Alltag, Liebe, Politik, Geschlechtskrankheiten – all das weiß der 38-jährige Musiker geschickt durch den Kakao zu ziehen. Dabei beruft er sich per Anspielungen immer wieder gerne auf die Lieder bekannter Künstler – etwa Clueso, Wir sind Helden oder die Goldenen Zitronen – ebenso aber auch auf seine eigenen. Als Beispiel für letzteres kann der Song „Ich habe nie FDP gewählt“ herangezogen werden, zu hören auf dem vierten seiner fünf Alben „Ich Habe Heute Ananas Gegessen“ von 2013. Schrei singt hier, er wäre ein überaus neugieriger, vielfältig interessierter Mensch, möchte alles einmal ausprobieren, sei für alles zu haben. Nur die FDP zu wählen, das interessiere ihn nicht so sehr. Nicht einmal dann, wenn ihm kalt ist und sie ihm durch den Klimawandel theoretisch behilflich sein könnte. Sein eigener Bezug auf den Song folgt vier Jahre nach der Erstveröffentlichung, als er ihn nämlich zusammen mit besagter Cellistin Bine Maier, die nun fest zum Team gehört, neu vertont, nur eben mit kleinen Textänderungen, in denen die drei Buchstaben FDP nicht mehr auftauchen: „Das wird man jawohl nochmal sagen dürfen: Ich würd´ lieber Kinder quälen – solang sie Beatrix heißen und vom Storch gebracht wurden – als die AfD zu wählen“. Das Duo Blockflöte des Todes kümmert sich nicht um Tabus und Skrupel. Es wird frei herausgesungen, was gesungen werden möchte, und gerade das macht auch die gewisse Stimmung aus, die auf den Konzerten immerzu dominiert. Noch im ersten Moment lacht man lauthals los, im zweiten überlegt man, ob es überhaupt okay ist, gerade gelacht zu haben. Dann aber fängt man von neuem an, weil schon der nächste Witz daher geflogen kam. Eine Erfahrung, die es vielleicht wert ist, mal gemacht zu haben? In Kürze ergibt sich jedenfalls hierzu die Gelegenheit.

Blockföte des Todes
Fr. 21.6., 20.30 Uhr, Cadillac, OL

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