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Wochenzeitung DIABOLO:
Akustik Pop Noir
Singer-Songwriter Ben Lorentzen im Litfaß08.11.2018

<i>Wochenzeitung DIABOLO:</i><br />Akustik Pop Noir<br />Singer-Songwriter Ben Lorentzen im Litfaß

Text  |  Horst E. Wegener

Wer bei Ben Lorentzen nachfragt, wie der seinen Musikstil bezeichnet, bekommt „acoustic pop noir“ zur Antwort. Eine Charakterisierung, der man spätestens beipflichten mag, sobald einem ein paar Songs des Wahl-New Yorkers norwegischer Herkunft vorgespielt werden.

Die Balladen des Ende Oktober 1969 geborenen Singer-Songwriters klingen zumeist melancholisch, ohne uns gleich in Depressionen verfallen zu lassen – eine Kunst, die sich Lorentzen bei Vorbildern wie Leonard Cohen oder Nick Cave abgeguckt haben könnte. Mit seiner Reibeisenstimme, die perfekt zum beachtlichen inhaltlichen Spektrum passt, das der sich mal auf der Akustikklampfe und mal am Klavier begleitende Multiinstrumentalist übern Herzschmerz hinaus auf Politik, Religion, Krieg und Umwelt ausweitet, ködert der Endvierziger seine Zuhörer wie ein moderner Verwandter des Rattenfängers von Hameln. Letzteres wird obendrein dadurch begünstigt, dass die Songtexte einem die von vielen Kollegen sonst so gern geschwungene Moralkeule ersparen, Lorentzens Blickwinkel nie dem eines Aktivisten entspricht.
Aufgewachsen nördlich des Polarkreises, im norwegischen Tromsö, fühlt sich Ben Lorentzen von melancholischen Songs von klein auf angetan. Seine Mutter habe sie ihm immerzu vorgesungen, erzählt der Singer-Songwriter – und er habe wohl nie genug davon bekommen können. Jedenfalls war somit eine Perspektive eröffnet: Mit elf begann der hochmusikalische Steppke selbst zu komponieren; mit 21 hatte Lorentzen bereits einen Vertrag beim internationalen Label EMI unterzeichnet. Seit 2009 fühlt sich der musikalische Shootingstar in den USA heimisch, wo er seit 2013 mit einer Tochter des verstorbenen koreanischen Sektenführers Sun Myung Moon verheiratet ist.
In der neuen Wahlheimat fasste Ben Lorentzen schnell Fuß. Eigene Songs und seine Akustikversion des Leonard Cohen-Klassikers „Hallelujah“ fungierte als Türöffner, ließ den Musikbesessenen im Nu mit einer Vielzahl bekannter Kollegen auf der Bühne angesagter Szeneclubs zusammen jammen. Vom Basislager New York aus promotete Ben Lorentzen ab 2015 „America“, sein erstes Soloalbum – das alsbald überschwängliche Kritiken einfahren mochte. Mit „Pains & Pleasures of Intimancy“, der seit Ende Oktober erhältlichen Nachfolgeproduktion, tourt der Musikallrounder derzeit durch Europa – und schaut auch in Oldenburg vorbei.

Ben Lorentzen
Mo. 12.11., 20 Uhr, Litfaß

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