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Wochenzeitung DIABOLO:
Matt Andersen
Ein Orkan legt los09.05.2018

<i>Wochenzeitung DIABOLO:</i><br />Matt Andersen<br />Ein Orkan legt los

Text  |  Horst E. Wegener

Da hat uns Kreativtalent Ina Müller mal wieder echte Trüffelschwein-Qualitäten bewiesen, als sie im vergangenen Sommer den Kanadier Matt Andersen in ihre Fernseh-Sing-und-Sabbelshow einlud. Dessen herzerweichende Ballade „I´m giving in“ erinnert entfernt an eine soulige Joe-Cocker-Nummer – und steht doch unverkennbar für den typisch erdigen Mix aus Blues, Folk und Roots-Rock, den sich dieser Bär von einem Mann für sein mittlerweile achtes Album ausdenken mochte.

Richtig gelesen: Mit „Honest Man“ liefert der in einem 1800-Seelennest in der kanadischen Provinz aufgewachsene Singer-Songwriter bereits seinen achten Longplayer ab, sehr zur Freude einer weltweit immer größer werdenden Fangemeinde. Ein Wunder, dass der seit 2002 professionell klampfende Musiker bei bis zu 250 Konzerten, die er übers Jahr gibt, überhaupt noch Zeit fürs Aufnahmestudio findet; das unermüdliche Tingeln hat Solo-Performer Andersen andererseits früh Routine vermittelt. Und während man ihn 2010 im US-amerikanischen Blues- und Soul-Mekka Memphis, Tennessee sogar mit der International Blues Challenge Trophäe auszeichnete, wohlgemerkt als den ersten Kanadier seit Bestehen dieses renommierten Festivalreigens, blieb seine Fangemeinde hierzulande weiterhin arg überschaubar. Letzteres gilt allerdings nur solange, bis man Matt Andersen irgendwo zum ersten Mal live miterleben konnte: Ab diesem Zeitpunkt sind wir dem souligen Bariton und dem grandiosen Gitarrenspiel des Kanadiers verfallen wie ein Junkie – wetten, dass?!?
Einschränkend sollte angemerkt werden, dass ausgiebige Gitarrensoli von Andersen auf dessen aktueller Scheibe „Honest Man“ nicht zu finden sind. Dazu müssten wir uns eine seiner früheren, ab 2007 produzierte Alben in den heimischen Player schieben, oder man könnte sich eins seiner gut 10 Millionen Mal angeklickten YouTube-Videos anschauen. Absolut empfehlenswert ist die vom Gitarrero solo gecoverte „Ain’t no Sunshine“-Version des Bill Withers-Klassikers, im Oktober 2009 live im Pearl Theatre in Lunenburg zum Besten gegeben, für die es im Amerikanischen das passende Wort „outstanding“ gibt.
Dass wir Andersen jeden Song, den er live auf der Bühne auslebt, bedingungslos abnehmen, hat auch mit der nimmermüden Obsession des Performers, stets Perfektion abliefern zu wollen, zu tun. Der Suche danach widmet das schwergewichtige Mannsbild auf „Honest Man“ die mitreißende Nummer „One good Song“. „I ‘ll take thousands of sleepless nights/I’ll take all my loves gone wrong/ I’ll take nothing but rain ‘till my dying day/ Just give me one good song”, heißt es da – und dazu singt Andersen, als wolle er seine Seele verkaufen. Grandios.

Matt Andersen ist am 31.5. in der Kulturetage OL; support act: Port Cities.

Foto:
Oldenburger Kultursommer

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