LzOLzO
OLDENBURG
Montag

22

Oktober

Foto:
Über den Dächern von Oldenburg

Hier geht es zu den aktuellen Ausgaben

Suche:

direkte Antwort ohne Umwege!

Veranstaltungen

Datum

bis

Kategorie

Ort

Location

Festival

Kleinanzeigen

Menschen

MoX - Veranstaltungsjournal
Musik als Lebensinhalt
Andreas Röschmann, Gitarrenlehrer26.04.2018

<i>MoX - Veranstaltungsjournal</i><br />Musik als Lebensinhalt<br />Andreas Röschmann, Gitarrenlehrer

Dass die Musik im Leben von Andreas Röschmann eine besondere und immens große Rolle spielt, davon zeugt seine Wohnungseinrichtung, die ihm zugleich als seine „Gitarrenschule“ dient. Unterschiedliche Modelle von E- als auch Akustikgitarren zieren die Wände und machen auch dekorativ eine gute Figur. In einem Holzregal tummelt sich so manche Fachliteratur zu dem besagten Thema oder eben eine Musikerbiographie wie die von Keith Richards. „Die Musik war schon immer da, seit meinem 14. Lebensjahr begleitet sie mich in vielerlei Hinsicht.“ Der Weg in die Selbstständigkeit und somit die Entscheidung, die Leidenschaft zum Beruf zu machen, hat sich für Andreas Röschmann aber erst nach und nach ergeben. „Nach dem Abi habe ich erst einmal Koch gelernt und anschließend auch einige Zeit in diesem Beruf gearbeitet. Das hat sich aber mit meiner musikalischen Leidenschaft nicht so gut vertragen, schließlich wollten ich und meine damalige Band am Wochenende proben und auftreten. Als Koch musste man an diesen Tagen immer arbeiten.“ Selbst nachdem sich Röschmann für ein Musikstudium entschied, konnte er sich zu einer selbstständigen Tätigkeit noch nicht durchringen. Lachend denkt er an seine Studienzeit zurück, in der er viele wertvolle Erfahrungen für sich herausziehen konnte: „Ich war so der klassische Langzeitstudent. Eine Sache ist mir besonders im Gedächtnis hängen geblieben. Ein damaliger Professor sagte zu mir, dass ich eine besondere Musikalität besäße und dass ich aufpassen sollte, dass mir diese im Laufe des Studiums nicht abhanden kommen würde.“ Als junger Mann war er sich noch nicht so ganz im Klaren, was der Akademiker damit gemeint haben könnte, doch instinktiv folgte Röschmann seiner musikalischen Bestimmung. Denn nach einer weiteren Umschulung zum Mechatroniker in der Automatisierungstechnik konnte er sich eine langfristige berufliche Ausübung in seinen erlernten Jobs nicht vorstellen. „Musik war einfach schon immer die wichtigste Konstante. Während meiner vorangegangen beruflichen Tätigkeiten war ich schon in vielen Projekten mit anderen Musikern involviert. Im Nachhinein weiß ich, was mein damaliger Professor mir sagen wollte. Wenn man sich zu verkopft und intellektuell der Musik nähert, dann ist das womöglich hinderlich.“ Seit 2008 arbeitet Andreas Röschmann nun als selbstständiger Gitarrenlehrer. Sein Alltag, indem er „bunt gemischten“ Altersgruppen das Spielen mit der E- oder Akustikgitarre beibringt, gestaltet sich ganz unterschiedlich. „Manchmal ist vormittags schon Jemand da, die meistens haben ab dem späten Nachmittag Zeit und dann können sich die Gitarrenstunden bis 8 Uhr abends erstrecken. Meine älteste Schülerin ist übrigens 80 Jahre alt, Oma Lisa“, wie Röschmann schmunzelnd zu Protokoll gibt. Zwischen den Gitarrenstunden erledigt er Arbeiten, die im Haushalt anfallen oder aber er geht mit seinem Mops „Scotty“ in der naheliegenden Umgebung spazieren. Der drollige Mops ist mittlerweile auch in das Wohnzimmer getapst und hat sich ein sonniges Plätzchen unter dem Fenster eingerichtet. Nun schnarcht der in die Jahre gekommene Hund selig vor sich hin. Einen bestimmten Lehransatz verfolgt Andreas Röschmann im Übrigen nicht, ihm ist es wichtig, auf seine Schüler individuell einzugehen. „Für mich gibt es keinen Fahrplan, der auf jeden angewendet werden kann. Erwachsene lernen beispielsweise anders als Kinder. Kinder lernen zwar schneller, wie man bekanntlich sagt, aber sie haben manchmal erheblich Probleme mit der Konzentration. Erwachsene lernen effektiver. Ich lerne erst in letzter Zeit so richtig, dafür ein Feingespür zu entwickeln.“ Im Vorfeld verlangt der Gitarrenlehrer auch keine Notenkenntnisse von seinen Schülern. Er bietet ebenso das Erlernen mit so genannten Tabulaturen an. „Wenn Jemand Freude an einem Instrument empfindet, kann das Erlernen auch mit ein paar Akkorden erfolgen. Melodien mögen so schon nach dem Gehör entstehen.“ Nebenbei ist Andreas Röschmann auch in drei Bandprojekten aktiv, die unterschiedliche Musik machen. „Mir ist es vor allem wichtig, die Harmonie zu spüren, die ich empfinde, wenn wir zusammen Musik machen. Das ist eine Kommunikation auf einer besonderen Ebene, das ist wie Sprechen ohne Worte. Selbst wenn ich alleine musiziere und ich mich in die Musik vertiefe, kann ich so etwas wie einen inneren Frieden spüren. Das ist für mich die Essenz vom Musik machen.“
Text und Foto: Dana Hubrich

X-Cut
EXB Handwerk
FZO Elektra
MoX-DIABOLO Ratgeber