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Viele Materialien, viele Techniken
Anne Ott, Schülerin14.08.2019

Viele Materialien, viele Techniken<br />Anne Ott, Schülerin

„Basteln, Werkeln und Gestalten ist das, was mir Freude bereitet und je mehr Techniken ich dafür erlerne, umso besser“, sagt die junge Anne Ott, die sich eindeutig der kreativen als auch der handwerklichen Arbeit verschrieben hat. Momentan absolviert die Oldenburger Schülerin ein Praktikum in der Werkstatt eines Künstlers. Hier kann sie sich sowohl mit der Metall-Arbeit als auch mit dem Bemalen von Skulpturen vertraut machen: In den Atelierräumen des Künstlers befindet sich eine alte Schmiede, in der stets die Funken sprühen und das Schmiedefeuer brennt. In den oberen Räumlichkeiten werden die gefertigten Objekte aus Metall bunt und mit vielen unterschiedlichen Mustern bemalt. Das von ihr ausgewählte Praktikum benötigt Anne Ott für die Fachhochschule für Gestaltung: „Sonst könnte ich nicht in das zweite Lehrjahr versetzt werden.“ Und die seit bereits fünf Wochen andauernde Zeit in der kreativen Schmiede liefert ihr nicht nur einen abwechslungsreichen Alltag, sondern auch jede Menge Inspiration und neue Herausforderungen. „Beispielsweise ist die Arbeit mit Hammer oder der Flex, also dem Winkelschleifer, für mich noch relativ neu. Bisher fertige ich Kleinteile wie Zungen, Kämme und Schwänze für Vögelskulpturen aus Altmetall. Das Schweißen will mir der Künstler im Laufe meines Praktikums noch beibringen.“ Dabei wird längst nicht alles bei hohen Temperaturen nach dem kreativen Willen geformt. „Ob etwas im Schmiedefeuer bearbeitet werden muss, hängt davon ab, wie dick das Material ist und inwiefern du es biegen willst.“ So eine Arbeit, gerade auch wenn man darin noch ungeübt ist, hinterlässt ihre Spuren. Auch in Sachen Physis. „Ich muss gestehen, dass die ersten zwei Wochen richtig hart waren. Ich hatte nur Muskelkater und mir taten alle Gelenke weh. Es dauerte ein wenig, bis ich in diesen Arbeitstrott hereinkam.“ Auf die Arbeit mit einem bestimmten Material will sich die Schülerin grundsätzlich nicht festlegen. Ihr Interesse gilt möglichst vielen Werkmaterialien. „Im Idealfall kann ich, wenn ich gerade mal wieder eine fixe Idee im Kopf habe, auf viele Techniken mit unterschiedlichen Materialien zurückgreifen. Darauf arbeite ich hin.“ Anne Ott will also Techniken sammeln, horten und wenn möglich spielerisch miteinander kombinieren. Mittlerweile konnte sie sich in der Künstlerwerkstatt schon etliches Wissen aneignen. Allerlei Gerätschaften benötigt sie, um dem Künstler und seinen Mitarbeitern zur Hand gehen zu können: Bandsäge, Bohrmaschine, die bereits erwähnte Flex mit diversen Aufsätzen, Amboss oder Schmiedehammer sind unverzichtbare Werkzeuge im Arbeitsalltag der Schmiede. „Ansonsten fallen viele Arbeiten an, die mit Schleifen zu tun haben. Darüber hinaus lackiere und male ich.“ Im Großen und Ganzen schätzt Anne Ott die Flexibilität ihres Praktikums, sie kann je nach Bedarf in zwei Bereichen unterstützen und dazu lernen. „Ich freue mich über die Verantwortung, die mir als Praktikantin dabei zu Teil wird.“ Jede Arbeit birgt hierbei ihr Für und Wider, manchmal kristallisieren sich favorisierte Abläufe heraus. Die Arbeitsabläufe in der Schmiede empfindet die junge Oldenburgerin schon fast als meditativ und das trotz des dort herrschenden Lärms. „Wenn ich meine Kopfhörer aufhabe und die Schutzbrille trage, kann ich problemlos drei Stunden am Stück arbeiten. Das sind oftmals die gleichen Bewegungsabläufe.“ Übrigens: Von Geschlechterrollen und -Klischees hält Anne Ott nicht viel. Schon gar nicht in der Berufswelt: „Ich finde, dass kein Beruf das andere Geschlecht ausschließen darf, das ergibt in meinem Kopf einfach keinen Sinn. Im Bereich Handwerk existiert dieser Ausschluss zum Teil immer noch. Eigentlich sollten wir heutzutage über so etwas hinweg sein! Wenn Frauen und Männer zusammen arbeiten, schafft das ein angenehmes und ausgeglichenes Arbeitsklima.“ Die gesammelten Erfahrungen will Anne Ott vor allem dazu nutzen, um eine künstlerische Laufbahn einzuschlagen. Ein eigener Stil findet sich bereits in ihrer Malerei, der sich durch viele kleine Muster auszeichnet. Ein wenig erinnern diese Gemälde an Mandalas. Ansonsten möchte die Schülerin ihre bereits vorhandenen Fähigkeiten gerne erweitern, z.B. beim Arbeiten mit Gießharz.
 Text und Foto: Dana Hubrich