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Wochenzeitung DIABOLO:
Unpassend?
Gewerkschaften und AStA kritisieren Einladung von Hans-Werner Sinn als      Eröffnungsredner18.10.2018

<i>Wochenzeitung DIABOLO:</i><br />Unpassend?<br />Gewerkschaften und AStA kritisieren Einladung von Hans-Werner Sinn als      Eröffnungsredner

text  |  Christoph Kienemann

An Universitäten ist es Tradition, ein neues akademisches Jahr mit einer prominent besetzen Eröffnungsrede zu beginnen. Die Universität Oldenburg hat für die diesjährige Rede den Ökonomen Hans-Werner Sinn auserkoren, doch diese Entscheidung stößt nun auf Kritik des AStAs, der Gewerkshaft GEW und auch zahlreicher Professoren der Universität. Sinns neo-liberale Positionen sehen sich als unvereinbar mit den Idealen der Oldenburger Universität.

Hans-Werner Sinn ist der wahrscheinlich bekanntest Ökonom der Bundesrepublik. Als langjähriger Präsident des Münchner ifo-Institutes nutzte Sinn seine Position, um seine Thesen zur wirtschaftlichen Entwicklung des Landes öffentlichkeitswirksam zu vertreten. Dabei vertrat Sinn zumeist Positionen, die insbesondere bei Gewerkschaften auf viel Kritik stießen. So bezeichnete Sinn noch 2014 die Energiewende als deutschen Irrweg und kritisierte, dass sich die Bundesrepublik von der Zukunftstechnologie Kernkraft abgewendet habe. Scharf kritisierte Sinn zudem die Einführung des Mindestlohns und forderte im Rahmen der ‚Flüchtlingskrise‘ dessen Ausssetzung. Auf viel Kritik stießen auch Sinns Äußerungen am Beginn der Finanzkrise 2008. Die Deutschen hätten sich nun die Manager als Sündenböcke ausgesucht, wie sie es 1929 mit den Juden getan hätten.
Aufgrund solcher Positionen hält der AStA der Oldenburger Universität Sinn für ungeeignet, als Redner das neue akademische Jahr zu eröffnen. Während sich die Universität in ihrer Präambel für soziale Gerechtigkeit und eine Wissenschaft im Dienste von Frieden und Gemeinwohl ausspreche, treffe dies auf Hans-Werner Sinn eben nicht zu. „Die Universität lädt mit Hans-Werner Sinn aber einen Wissenschaftler ein, dessen Positionen, würden sie reale Politik, das genaue Gegenteil bedeuten: mehr ökologisch schädlicher Ressourcenverbrauch, soziale Ausgrenzung und mehr soziale Ungerechtigkeit“, heißt es in einer Erklärung des AStAs und der Gewerkschaft GEW. Zwar habe Herr Sinn in seinen wissenschaftlichen Analysen wichtige reale gesellschaftliche Problemkonstellationen untersucht und sie meist tiefgründiger bearbeitet als viele andere Volkswirte/innen. Er stehe aber mit seinen politischen Vorstellungen wie kaum ein anderer Wirtschaftswissenschaftler für die neoliberale Ausrichtung der Gesellschaft, kritisiert der AStA weiter. Darüber hinaus wird kritisiert, dass die Universität es versäumt habe, eine kontrovers angelegte Diskussionsveranstaltung zu organisieren, bei der ein Gegenpol zu Sinn hätte gebildet werden können. Die Universität kann diese Kritik derweil nicht nachvollziehen. „Die Universität versteht sich als Diskursraum, als Ort des Meinungsaustausches, der Meinungsbildung und der sachlich ausgetragenen Kontroverse. Die Einladung Sinns ist aus diesem Selbstverständnis heraus erfolgt und stellt kein Bekunden von Sympathie für bestimmte politische Positionen dar“, teilte Pressesprecherin Corinna Dahm-Brey mit: „Um mit Hans-Werner Sinn ins Gespräch zu kommen und zu diskutieren, findet zusätzlich zu dem Auftakt-Festakt am selben Tag eine hochschulöffentliche Veranstaltung statt, zu der die Studierenden und Beschäftigten der Universität eingeladen sind. Hans-Werner Sinn hält einen kurzen Impulsvortrag zum Thema „Energiewende“ und stellt sich anschließend den Fragen und Meinungen der Teilnehmenden.“ Der Vortrag von Hans-Werner Sinn am 18.Oktober habe derweil eine große Resonanz hervorgerufen und sei seit Wochen ausgebucht.

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