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Wochenzeitung DIABOLO:
Immer unterwegs
Das Mobile Kino Niedersachsen sitzt im Oldenburger Bahnhofsviertel20.09.2018

<i>Wochenzeitung DIABOLO:</i><br />Immer unterwegs<br />Das Mobile Kino Niedersachsen sitzt im Oldenburger Bahnhofsviertel

TEXT und FOTO | Christoph Kienemann

„Das Kino muss sich auf die Socken machen – es muss dorthin wo die Menschen sind“, mit diesem Zitat des Kultursoziologens Alexander Kluge ist das Konzept des Mobilen Kinos Niedersachsen (MKN) treffend beschrieben. Die Basis dieses besonderen Kinos befindet sich in der Oldenburger Bahnhofstraße. Hier arbeiten inzwischen sechs MitarbeiterInnen daran, auch die entferntesten Winkel Niedersachsens mit Kino zu versorgen.

Die Niedersachsenkarte im Büro des MKN ist übersäht mit Punkten.  Überall dort, wo das MKN schon eine Kinovorführung durchgeführt hat, markiert ein schwarzer Punkt den Ort des Geschehens. Vom Emsland bis ins Oldenburger Münsterland, von der Elbemündung bis ins Wendland, keine Gegend, die vom MKN unberührt blieb. Im Jahr 2017 feierte das Mobile Kino sein 25-jähriges Bestehen. Inzwischen werden pro Jahr über 400 Veranstaltungen mit über 20.000 BesucherInnen durchgeführt. Das Mobile Kino bietet dabei ein anspruchsvolles Programm für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und SeniorInnen, aber auch für Vereine, Gleichstellungs- und Integrationsbeauftragte. Das Konzept des MKN: Professionelles und inhaltlich anspruchsvolles Kino trifft auf einen interaktiven Kreis lokaler VeranstalterInnen. Dieser Aspekt ist durchaus nicht zu unterschätzen, denn das Mobile Kino ist nicht etwa eine Dienstleistung aus der Stadt, sondern die Aufführungen entstehen aus der Aktivität der lokalen Akteure heraus und sind damit ein wichtiger Ausdruck der kulturellen Identität der niedersächsischen Regionen.
Dennoch ist das Angebot des MKNs gerade in den Zeiten der Landflucht und der damit verbundenen Verödung des ländlichen Raumes enorm wichtig. Viele Dörfer und Kleinstädte verfügen nicht mehr über ein eigenes Kino, gerade kleine Lichtspielhäuser haben schwer, die Filmmiete zu bezahlen oder sich technisch auf dem neuesten Stand zu halten. Im Flächenland Niedersachsen kann der Weg zum nächsten Kino daher durchaus weit sein. Dementsprechend kommen nicht in erster Linie Kinoenthusiasten zu den Veranstaltungen des Mobilen Kinos. „Zu unseren Vorstellungen kommen nicht in erster Linie die großen Kinofreunde, sondern vielmehr Leute, die vielleicht nur einmal im Jahr ins Kino gehen“, so Bernhard Gorka vom Mobilen Kino. Das MKN ist eben gerade kein Nischenangebot, sondern soll vielmehr ein niedrigschwelliges Angebot zur gesellschaftlichen Teilhabe darstellen. Blockbuster sucht man daher auch vergeblich im Programm: „Wir haben es mal mit Matrix probiert, aber das funktioniert nicht, wir orientieren uns eher an den Angeboten der Programmkinos aus“, so Gorka. Dabei setzt das Mobile Kino auch auf den kommunikativen Aspekt des Kinos. Nach den Vorstellungen gibt es Gespräche über die Filme und die in ihnen behandelten Themen. Auf diese Weise soll die Lebenswelt der Menschen, mit der Filmwelt verbunden werden. Die MitarbeiterInnen des MKNs kommen daher uch überwiegend aus dem Bereich der Medienbildung. „Die Technik ist heute ja relativ leicht zu erlernen. Wir bringen alles mit und erleichtern auf diese Weise den Veranstaltern vor Ort die Arbeit“, erklärt Gorka. Neben dem Programmkino-Angebot bietet das MKN vor allem spezielle Angebote für Kinder und auch SeniorInnen an.  
Im Programm des MKNs finden sich dann Filme, die aktuelle Geschichten erzählen und der Gesellschaft den Spiegel vorhalten sollen. Dazu gehören derzeit Filme wie Fatih Akims „Aus dem Nichts“ über den Bombenanschlag des NSUs in der Kölner Keupstraße oder „Die Unsichtbaren“, in dem das Überleben jüdischer Menschen im Berliner Untergrund thematisiert wird.

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