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[i]Wochenzeitung DIABOLO:[/i
Der andere Blickwinkel
Interview mit Regisseur Kastriot Abdyli20.09.2018

[i]Wochenzeitung DIABOLO:[/i<br />Der andere Blickwinkel<br />Interview mit Regisseur Kastriot Abdyli

interview und foto  |  
Christoph Kienemann

Mit „The Return“ präsentierte Kastriot Abdyli einen Film, der sich mit der Abwanderung der jungen Generation aus Albanien und Mazedonien befasst. Was bedeutet es für eine Gesellschaft, wenn die Jugend ihr den Rücken kehrt? Wie lebt es sich zwischen Tradition und Moderne? Der Film erzählt dies in der Beziehung des Mazedoniers Ilir und der Französin Sabine (gespielt von Delphin Depardieu). Abdylis Film überzeugte in Oldenburg durch Witz und Einfühlungsvermögen.

DIABOLO: Wie ist die Geschichte zu „The Return“ entstanden?
Abdyli: Als ich jünger war, sah ich keine Perspektive für mich in meiner Heimat. Ich kam nach Deutschland. Mein Vater wollte, dass ich ihm verspreche, nach Albanien zurückzukommen und dort zu heiraten. Ich konnte ihm dieses Versprechen nicht geben. Der Film handelt also von einer Geschichte, die mir hätte passieren können. Andererseits ist die Geschichte exemplarisch für viele Menschen vom Balkan.
DIABOLO: Im Film sieht man ein traditionelles mazedonisches Dorf. Wie repräsentativ ist dieses für den Ostbalkan?
Abdyli: Ja, das ist ein typisches Dorf. Denn während 27 Jahre ist dort wenig Gutes passiert. Man musste sich erst von dem Krieg erholen. Wir haben in einem Dorf gedreht, wo die Menschen tatsächlich wohnen. Es ist also ein reales Dorf, das es so 100 mal in Albanien oder Mazedonien gibt.
DIABOLO: Wie wichtig sind Traditionen für die Menschen in Mazedonien und Albanien?
Abdyli: Sie sind wichtig. Für eine lange Zeit hatten wir keinen Staat oder ein Rechtssystem. Über unsere Traditionen haben wir unser Leben geregelt. Nach der Globalisierung haben aber auch unsere Traditionen an Bedeutung verloren.
DIABOLO: Gibt es universelle Werte, die über den Traditionen stehen?
Abdyli: Ich wollte zeigen, was mit den Menschen passiert, die in einer traditionellen Welt aufwachsen und in eine andere Welt gelangen. Sie sind gespalten zwischen beiden Welten. Sie haben einen inneren Konflikt zwischen dem Alten und dem Neuen und ich wollte zeigen, wie man mit diesem Konflikt umgehen kann.
DIABOLO: Für welches Publikum haben Sie den Film gedreht?
Abdyli: Der Film ist für Menschen, nicht für Kritiker. Die Menschen sollen meinen Film sehen und etwas aus dem Film lernen. Ich hatte kein bestimmtes Publikum im Auge.
DIABOLO: Finden Sie es wichtig, den west-europäischen Gesellschaften diese Seite der Migration zu zeigen?
Abdyli: Ich wollte zeigen, wie es bei uns zuhause aussieht. Dort gibt es alte Häuser, der Strom fällt aus und die Straßen sind schlecht. Man hat viele alte Freunde und man diskutiert den ganzen Tag, auch um die vielen Probleme zu vergessen, die es im Alltag gibt und die man nicht lösen kann. Das ist ein großer Kontrast zu Westeuropa oder zu einer Stadt wie Oldenburg.
DIABOLO: „The Return“ feierte hier seine Premiere, wie wichtig ist Ihnen die positive Reaktion in Oldenburg?
Abdyli: Ich habe das Filmfest Oldenburg wirklich zu schätzen gelernt. Es ist eines der besten Festivals für Independent Filme und daher habe ich mich entschieden, genau hier die Weltpremiere für „The Return“ zu feiern. Nach so vielen Jahren Arbeit ist es natürlich ein Gefühl, wenn einem die Menschen gratulieren und man vergisst all die Probleme, die es gab. Für eine Minute fühlt man sich, als ob es sich gelohnt hat, die ganzen Probleme auf sich zu nehmen.

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