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Mikhail Raskhodnikovs „Temporary Difficulties“ gewinnt Hauptpreis des Filmfest Oldenburg18.09.2018















Text und Fotos | Christoph Kienemann


Mikhail Raskhodnikov faszinierender Film „Temporary Difficulties“ zeigte wieder einmal, dass das Filmfest Oldenburg nichts von seinem Gespür für ungewöhnliche Geschichten verloren hat, die es vermögen, das Publikum zu beeindrucken. Die Geschichte des an Kinderlähmung erkrankten Sascha, der von seinem Vater mit allen Mitteln zu einem ‚normalen Leben‘ erzogen werden soll und schließlich als erfolgreicher Geschäftsmann wieder auf seinen Vater trifft, ist stringend erzählt und brillant gespielt. Rashkodnikov schafft es, seine Geschichte enorm facettenreich zu erzählen und zeichnet Charaktere, die sich jedem Klischee widersetzen. Der Regisseur malt nicht in Schwarz und Weiß, sondern versteht gekonnt, die vielfältigen Motivationen und emotionalen Hintergründe seiner Charaktere offen zu legen. Damit findet Temporary Difficulties vollkommen verdient seinen Platz in der mittlerweile illustren Reihe von Filmen, die mit dem German Independence Award ausgezeichnet wurden.
Die 25. Ausgabe des Filmfestivals bestach aber nicht nur durch die hohe Qualität des Kinos, sondern insbesondere durch die beeindruckenden schauspielerischen Leistungen, die es auf der Leinwand zu bewundern gab. Fast ein Jahr nach dem Weinstein-Skandal, wurden gleich zwei Schauspielerinnen für ihre beeindruckenden Leistungen ausgezeichnet. Mit Victoria Carmen Sonne (Holiday) und Gabriela Ramos (Ist that you?) erhielten zwei junge Talente den Seymour Cassel Award für eine herausragende schauspielerische Darstellung, die man in Zukunft noch auf so manch einer Kinoleinwand sehen dürfte. Victoria Carmen Sonne spielt in dem schon vielfach ausgezeichneten Regiedebüt „Holiday“ von Isabella Eklöf eiskalt und verletzlich zugleich und überzeugt mit unglaublicher Präsenz auf der Leinwand. Gleiches gilt für die Gabriela Ramos, die das Publikum mit auf eine Reise in die Abgründe der menschlichen Seele entführte. Der Preis für den besten Kurzfilm erhielt „Fauve“. Der Film des kanadischen Regisseurs Jeremy Conte überzeugte die Jury, die in diesem Jahr aus Tim Haars, Dagmar Jacobsen und Neda Rahmanian bestand.
Die 25. Ausgabe des Filmfest Oldenburg zeigte sich konzentriert auf das, was das Festival von Anfang an erfolgreich gemacht hat: Kino abseits von Blockbuster- und Mainstreamproduktionen und den Mut, das Publikum immer wieder aus seiner Bequemlichkeit heraus zu reißen. In diesem Jahr besuchten 15.500 ZuschauerInnen die Kinos in Oldenburg und konnten neben dem hervorragenden Kino, auch Stars wie Keith Carradine, Molly Ringwald und Bruce Robinson erleben. Insbesondere Oscarpreisträger Carradine zeigte sich auskunftsfreudig und aufgeschlossen und gab bereitwillig Autogramme. Abseits der Independent-Reihe gab es mit Filmen wie „First Reformed“ und „Behold My Heart“ großes Kino zu sehen, das von Marisa Tomei, Siena Miller oder Amanda Seyfried getragen wurde. Die Gäste der Closing Night durften sich dann noch über die Deutschlandpremiere von Eric Barbiers „Frühes Versprechen“ freuen. Die Verfilmung des Lebens des französischen Schriftstellers Romain Gary setzte einen würdigen Schlusspunkt unter das Internationale Filmfest Oldenburg.

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