LzO
OLDENBURG
Freitag

17

August

X-Cut
Kauflust
MoX-DIABOLO Ratgeber
FZO Elektra

Aktuelles

Wochenzeitung DIABOLO:
Watt En Fest
Überraschungsarm aber trotzdem unvergleichlich09.08.2018



Text und fotos  |  ralf koch

Ich stehe mit den Füßen im lauwarmen Wasser, in der Hand einen Cocktail, die Band auf der Floßbühne nur 3 Meter vor mir. Ich genieße die warmen Sonnenstrahlen, die leichten Wellen und den perfekten Soundtrack zum Sonnenuntergang. Hätte mir diese Situation jemand in der nächsten Ohne-Schokolade-Bällchen-Werbung versucht, zu verkaufen, hätte ich den Sender gewechselt. Aber ich stehe mittendrin, zugegeben, das Wasser ist wattgrau und nicht ozeanblau, aber ich freue mich einmal mehr über die einmalige Stimmung auf der fünften Ausgabe des WES, des Watt En Schlick Festes auf dem schönsten Festivalgelände der Welt.

Das 3-Tage-Happening auf dem Privatstrand der Familie Tapken vom Kurhaus Dangast ist der einzige Anlass, zu dem der Wasserzugang hier nicht für jedermann frei ist, sondern nur für die glücklichen Besitzer einer Eintrittskarte für das Fest des Jahres. Der Großteil der 6000 Tickets war verkauft, lange bevor das Programm feststand – gekauft in der sicheren Überzeugung, dass die Veranstalter schon wissen was sie tun. Die Mischung aus Pop, Soul, HipHop, Reggae und Rock, aus Lesung, Kino und Unterhaltung hält in der Regel für jeden etwas parat, Neuentdeckungen eingeschlossen.
So wie die eingangs erwähnten Indie-Rocker von Paloma & The Matches auf der Floßbühne. Oder der kanadische Pop-Dandy Sam Vance-Law auf der Zeltbühne, der sein Publikum mit launigen Ansagen in perfektem Deutsch mitreißt und nicht zuletzt mit Hinternwackeln seine Entertainer-Qualitäten unter Beweis stellt. Auch den Newcomer Jesper Munk sehen in der Mittagshitze zu wenige. Zuspätgekommene müssen dafür zur besten Sendezeit das Youtube-Gefasel von Haiyti ertragen, auch die extrem langsamen Vibes von Martin Kohlstedt können kaum überzeugen. Dann lieber Gisbert zu Knyphausen, der eine gekonnte Mischung aus Singer/Songwriter-Pop und Rock hinlegt. Ähnlich abwechslungsreich und immer wieder überraschend und fauchend die Australierin Kat Frankie. Kleine und große Sensationen bleiben indes aus. Weder die Parcels noch Fat Freddy`s Drop werden dem Vorab-Hype gerecht, auch der Schlickrutsch-Weltmeistertitel geht einmal mehr an Daniel Tapken. Some things never change. Nur die Sonne übertrifft sich selbst und strahlt bis zuletzt mit den Besuchern um die Wette. Der Höhepunkt kommt in der Tat zum Schluss. Nachdem ein Großteil der insgesamt 160 ehrenamtlichen Helfer die Bühne betraten und geehrt wurden und gemeinsam mit dem Publikum den Watt En Schlick Schlachtruf anstimmten, erschienen die Hamburger Tocotronic: Dirk von Lotzow und seine Mitstreiter rockten bei bester Laune und euphorisiert von Kulisse und Publikum für knapp zwei Stunden den Strand. Da staunten selbst Langzeitfans über diesen Extraschub Energie. Der würdige Abschluss für das Festival, das kein normales Festival, sondern einfach ein Fest ist. Der Beweis:
Die Begeisterung hielt über das Ende des Festes hinaus an: Als am nächsten Tag die Karten für die 6. Ausgabe in den Verkauf gingen, schlugen innerhalb von 2 Stunden 4000 Interessenten zu. Alle Frühbucherrabatte sind also schon längst überholt, wer vom 2. bis 4. August 2019 dabei sein will, muss sich schon jetzt sputen!

Kommentare

Keine Kommentare vorhanden.

Um hier Kommentare abgeben zu können müssen Sie sich erst Anmelden!

Benutzername:     Passwort:    

Wenn Sie Ihr Passwort vergessen haben oder Sie sich registrieren wollen Klicken Sie bitte hier.


Foto:
Oldenburger engagieren sich gegen Rechts

Hier geht es zu den aktuellen Ausgaben

Suche:

direkte Antwort ohne Umwege!

Veranstaltungen

Datum bis
Kategorie
Ort
Location
Festival

Kleinanzeigen

DATENSCHUTZ | IMPRESSUM