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Wochenzeitung DIABOLO:
Keine Lösung in Sicht
Ausschuss für Integration und Migration diskutiert Probleme in der Pflege von SeniorInnen mit Migrationshintergrund14.06.2018

text und foto  |  christoph kienemann

Auf der Tagesordnung des Ausschusses für Integration und Migration stand das Thema nicht, dennoch diskutierte die Politik, welche ungelösten Probleme es im Bereich der Pflege von SeniorInnen mit Migrationshintergrund gibt. Darüber hinaus berichtete die Verwaltung über die Anzahl ihrer MitarbeiterInnen mit Migrationshintergrund und der Ausschuss beschloss die Vergabe von Mitteln aus dem AntiRassismus-Fonds.

Aller guten Dinge sind Drei, hieß es am 12. Juni für die Migrations-Beratungsstellen aus Oldenburg, die sich endlich im Ausschuss vorstellen durften. Dabei zeigte sich, dass es in der Stadt ein breites Angebot an Trägern und Initiativen gibt, die sich dem Thema widmen, gut untereinander vernetzt sind und zum Teil über jahrelange Erfahrungen in der Migrationsberatung verfügen. Die Angebote der AWO, des Deutschen Roten Kreuzes, der Diakonie, des Jugend-Migrations-Dienstes, von IBIS, der Aids-Hilfe oder dem Yezidischen Forum werden stark nachgefragt und stetig weiter entwickelt. Doch an einer Stelle hakt es und keinem der Beteiligten ist für dieses Problem bisher eine Lösung eingefallen. Viele MigrantInnen aus der ersten Generation, die beispielsweise als GastarbeiterInnen in die Bundesrepublik kamen, sind mittlerweile in einem Alter, in dem sie teilweise pflegebedürftig sind. Gerade diese Menschen stellen viele Pflegeeinrichtungen vor schier unlösbare Probleme, da gerade Frauen aus dieser Generation oftmals kein Deutsch sprechen. In den Pflegeeinrichtungen fehlt Personal, das über die notwendigen Sprachkenntnisse verfügt und die Krankenkassen kommen nicht für DolmetscherInnen auf. In der Vergangenheit wollten Beratungsstellen zu diesem Thema Projekte starten, es finden sich aber ebenfalls keine betroffenen Menschen, die sich daran beteiligen möchten. So ist allen Beteiligten zwar bewusst, dass ein großes Problem besteht, aber eine Lösung ist derzeit nicht in Sicht. Darüber hinaus ist die Zukunft der Beratungsstellen in freier Trägerschaft durchaus ungewiss. Wie Sozialdezernentin Dagmar Sachse mitteilte, überlegt das Land, die Zuschüsse für die Migrationsberatungsstellen zu kürzen. Hier müsse man wachsam bleiben und auf die Landtagsabgeordneten einwirken, um dies möglichst zu verhindern, so Sachse.
Einen Schritt weiter ist die Oldenburger Stadtverwaltung derweil bei der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund. In den vergangenen fünf Jahren ist der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund, die in der Verwaltung beschäftigt sind, deutlich gestiegen. Im Jahr 2013 arbeiteten 13 Menschen in der Verwaltung, die nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besaßen, hinzu kamen 122 Menschen, die in die Bundesrepublik immigrierten. Derzeit sind die Zahlen auf 34 und 176 Personen gestiegen. Letzteres entspricht einem Anteil von 7,51% an den MitarbeiterInnen der Verwaltung. Dabei weist die Verwaltung daraufhin, dass diese Zahlen nicht hundertprozentig belastbar sind, sondern nur eine Tendenz wiedergeben können. Der positive Trend wurde dennoch von den Mitgliedern des Ausschusses begrüßt.
Beschlossen wurde zudem die Förderung von drei Projekten, die IBIS e.V. im Rahmen der interkulturellen Woche durchführen möchte. Dabei handelt es sich um einen Trommelworkshop für Kinder, die Vorführung des Filmes „Deported Class“ und einen Kunstkurs für Geflüchtete. Die Projekte werden mit 2000€ aus dem Fonds für Toleranz und gegen Rassismus und Faschismus (AntiRa-Fonds) gefördert. Bei der Abstimmung enthielt sich die AfD-Fraktion, der Rest des Ausschusses stimmte für den Antrag.

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