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Apartheiddrama: Drum 7.6.12

Für Filmemacher in aller Welt ist Apartheid in Zusammenhang mit Afrika-Produktionen eins der Topthemen geblieben.
Text: Horst E. Wegener
Das Besondere bei „Drum“: Hier nimmt sich ein Einheimischer des ewig brisanten Themas an.
Regiedebütant Zola Masenko fächert vor dem Hintergrund des Südafrikas der 1950er Jahre die Geschichte  des Journalisten Henry Nxumalo auf, der seinen Landsleuten auch in der Realität als Mr. Drum ein Begriff ist. In jeden himmelschreiend skandalösen 50ern herrscht auf dem Dunklen Kontinent strikte Rassentrennung, gehen Weiße brutal gegen Farbige vor. Die Unterdrückten gelten als rechtlos, versuchen mehr schlecht als recht unter katastrophalen Bedingungen in Ghettos zurechtzukommen. Der farbige Sportreporter Nxumalo (Taye Diggs) arbeitet für das Boulevardblatt Drum. Zusammen mit dem weißen Fotografen der Zeitung, der Deutsche Jürgen Schadeberg (Gabriel Mann), ist Nxumalo darauf aus, seinen Lesern das Leben mit Klatsch, Sport, Freizeitthemen erträglicher zu gestalten. Doch Nxumalos Ehefrau  Florence (Moshidi Motshegwa) findet, ein Reporter habe eine Verantwortung den Menschen gegenüber. Mit Schadebergs Hilfe recherchiert Nxumalo auf einer Farm, auf der Schwarze von Buren wie Sklaven gehalten werden – die Story schlägt wie eine Bombe ein. Macht Drum zum Politmagazin – gleichermaßen geschätzt und gefürchtet. Und seine Macher decken Skandal um Skandal auf. Mit seiner Berichterstattung über die Zerstörung jenes schwarzen Stadtteils von Johannesburg, der für seine Jazzmusik und Barkultur unter Farbigen wie Weißen gleichermaßen berühmt ist – Sophiatown – erhält die Bewegung gegen das Unrechtsregime einen ersten Impuls, der nie mehr zu löschen war…
Mit überzeugenden Schauspielern, einem Dreh an authentischen Schauplätzen, mitreißender Jazzmusik überspielt „Drum“ die dramaturgischen Schwächen eines Regieerstlingswerkes – so aufrüttelnd wie brisant und sehenswert.

Weitere Infos:
Südafrika '04: R: Zola Masenko mit Jason Flemyng, Gabriel Mann, Taye Diggs, Moshidi Motshegwa, Jason Femyng.
Wertung: 4/6
Casablanca: So. 9.6., 15.30