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VHS zeigt eine Ausstellung über Afrikas Großmütter im Kampf gegen HIV und AIDS
Text und Foto | Alexander Schöne

AIDS fordert viele Opfer und nicht nur Tote. „Wenn ich mein Leben nochmal von vorn beginnen könnte, würde ich keine Kinder mehr bekommen.“ Dieser Satz von Aurelia Mlabi, einer in Tansania lebenden Großmutter, veranschaulicht die scheinbar hoffnungslose Situation, in der sich viele alte Frauen, deren Kinder an AIDS erkrankten oder starben, befinden. Sie fühlen sich überfordert und von der Gesellschaft im Stich gelassen. Denn sie müssen sich allein um ihre Kinder und Enkelkinder kümmern. Die Ausstellung „Stille Heldinnen - Afrikas Großmütter im Kampf gegen HIV/AIDS“ widmet sich dem Schicksal dieser Frauen. Es ist die siebte Ausstellung in der Volkshochschule Oldenburg und bereits die 30. Station der Wanderausstellung.  
Sie zeigt Bilder des Fotografen Christoph Gödan, die beim Besuch der Provinz Kagera und dem dortigen Hilfsprojekt „KwaWazee“ im Nordwesten Tansanias im Jahr 2006, sowie bei Besuchen der Townships in der Industriestadt Durban im Jahr 2007, entstanden.  Wie „KwaWazee“ unterstützt auch die dortige Organisation Großmütter, die die Rolle ihrer an AIDS verstorbenen Kinder übernommen haben. Die Immunschwächekrankheit hat in Afrika bereits 12 Millionen Kindern ihre Eltern genommen. Knapp 60 Prozent dieser Waisenkinder werden von ihren Großmüttern aufgezogen, welche dabei vor größten Schwierigkeiten stehen. Sie müssen sich um die Felder und das Vieh kümmern, ihre Enkel erziehen und für Medikamente, Kleidung und vieles andere beispielsweise die Bestattung ihrer eigenen Kinder sorgen. Die 32 Porträtfotos zeigen diese Großmütter und ihre Enkel. „Dabei handelt es sich nicht um Schnappschüsse. Es waren Foto-Shootings, bei denen Frauen und Kinder bestimmte Posen einnehmen sollten“, so Jana Blaney, Stellvertretende Direktorin der VHS Oldenburg, in ihrer Eröffnungsrede. Sie lobt den positiven Charakter der Fotos, die dem Betrachter das „Elend ersparen und zu stillen Heldinnen machen“. Viele Besucher betonten die für sie unerwartete Würde, die diese Frauen ausstrahlten. „Christoph Gödan behandelt dieses etwas sperrige Thema weder plakativ, noch baut er auf das Mitleid des Betrachters“, findet Pastor Dr. Ralph Hennings. Vielmehr werde der Besucher durch Ästhetik und Ausdruckskraft der Fotos gerührt. „Es war eine gelungene und erfolgreiche Eröffnung. Das Interesse am Schicksal der Frauen war groß, darüber freue ich mich sehr“, sagte Lutz Hethey von „HelpAge Deutschland“.  
Für die Kampagne „Jede Oma zählt“ werden PartnerInnen gesucht, die die monatliche Rente von fünf Euro für eine Großmutter übernehmen. Damit können die Frauen Essen und Schulbesuche ihrer Enkel bezahlen.

Ausstellung stille heldinnen
Bis 4.12., VHS, OL

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