LzO
KONTAKT | IMPRESSUM
Name:
Pass:
Magazin > Meinungen
Veranstaltungskalender
Kleinanzeigen aufgeben Kleinanzeigen lesen
Termine melden Termine suchen
Tickets kaufen Spielstätten suchen
Pizza bestellen Restaurant suchen
Anzeigen buchen Mediadaten suchen
Voting abstimmen Party Pics ansehen

Klima +
Weser-Ems-Bus
FZO Fixies
GSG
„Ewig Dein“ 4.4.12

Friederike Schrade, Buchhandlung Bültmann & Gerriets in Oldenburg
MoX: Wovon handelt das Buch?
Friederike Schrade: Die 36 Jahre Judith ist Betreiberin eines kleinen Lampengeschäfts. Eines Tages trifft die Single-Frau auf den etwas älteren Architekten Hannes, als dieser sie beim Einkaufen im wahrsten Sinne des Wortes über den Haufen rennt. Die beiden freunden sich an und verlieben sich. Besonders Judith ist hingerissen von der Aufmerksamkeit und Höflichkeit, die ihr Hannes zukommen lässt. Was in Daniel Glattauer's neuem Roman „Ewig Dein“ wie eine völlig normale und vielleicht sogar etwas langweilige Liebesgeschichte beginnt, nimmt bald eine völlig neue Wendung, denn bald beginnt Judith, sich von Hannes Verhalten bedrängt zu fühlen. Er ist immer da, wartet auf sie, liest ihr jeden Wunsch von den Lippen ab. Er nimmt einen erdrückend großen Platz in ihrem Leben ein, bis sie sich irgendwann überwacht und verfolgt fühlt. Ihren Freunden und Verwandten kann sie sich auch nicht anvertrauen, da diese alle restlos begeistert von Hannes sind – die einzige, die bereit ist ihr zu helfen, ist ihre Auszubildende. Die Situation spitzt sich immer mehr zu, bis Judith schließlich in die Psychiatrie eingewiesen wird und von da an auf Psychopharmaka und fremde Hilfe angewiesen ist. Eine Aufgabe, die Hannes liebend gerne übernimmt.
MoX: Was hat Ihnen an dem Buch besonders gefallen?
Schrade: Mit „Ewig Dein“ schafft es Daniel Glattauer, aus einer zunächst völlig gewöhnlichen Liebesgeschichte einen spannenden Stalking-Thriller zu entwickeln. Besonders fesselnd wird die Geschichte dadurch, dass Judith, das Stalking-Opfer, als alleine Erzählerin fungiert. Alle Empfindungen, von gelegentlicher Unruhe und Albträumen bis hin zu ausgewachsenen Angstzuständen und Verfolgungswahn werden direkt an den Leser herangetragen und durch Glattauers mitreißenden Schreibstil so überzeugend vermittelt, dass der Leser irgendwann genau wie Judith der Meinung ist, sie sei diejenige, die verrückt ist. Lediglich an Glattauers Methode, sämtliche Dialoge ohne Satzzeichen zu schreiben und stattdessen einfach „Er“ oder „Sie“ vor jeden Satz zu schreiben, ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, insgesamt jedoch keineswegs störend, da hierdurch zum Teil etwas undurchschaubare Dialoge entstehen, die meiner Meinung nach Judiths Verwirrung wirkungsvoll darstellen. Auch die Einteilung des Buches in unterschiedlich lange Phasen anstelle von Kapiteln ist interessant. Diese Einteilung vermittelt dem Leser, wie lang oder kurz sich gewisse Zeitspannen für die Protagonistin anfühlen, ob die Tage für sie dahin schleichen oder davon fliegen.            
MoX: Wem würden Sie das Buch empfehlen?
Schrade: Ab einem Alter von ungefähr 16 bis 17 Jahren würde ich das Buch jedem empfehlen. Glattauer schafft es sich eindrucksvoll mit dem Thema Stalking auseinanderzusetzen und lässt den Leser bis zur letzten Seite mitfiebern und mitleiden.        
MoX: Was wissen Sie über die Autorin?
Schrade: Der Österreicher Daniel Glattauer hat Pädagogik und Kunstgeschichte studiert und arbeitete über 20 Jahre bei der Tageszeitung der „Der Standard“.  

Text und Foto | Alexander Schöne