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Wochenzeitung DIABOLO:
Sci-Fi-Fortsetzung: Alien: Covenant17.05.2017



Text | Martin Schwickert
in dem zwei Jahre später eine Raumfahrtmission zum ultimativen Horrortrip wurde. Aber während „Star Wars“ über Jahrzehnte hinweg generalstabsmäßig einen komplexen Erzählkosmos aufbaute, zerfaserte „Alien“ in immer inspirationsärmeren Fortsetzungswerken. Aber nun hat Ridley Scott das Ruder wieder selbst in die Hand genommen.
In seinem „Alien: Covenant“ macht sich im Jahr 2104 ein Raumschiff auf den Weg zum Planeten „Origae-6“. An Bord sind neben dem Androiden Walther (Michael Fassbender) und der Crew 2000 Passagiere im künstlichen Koma und ein paar Schubladen tiefgefrorener Embryos, die den Grundstock für die Besiedlung des Planeten bilden sollen. Als ein Signal aus dem All empfangen wird, trifft der unerfahrene Captain Oram (Billy Crudup) die fatale (und wenig glaubwürdige) Fehlentscheidung einen Abstecher zu dem Sendeort zu machen. Der Planet scheint für eine Besiedlung wie geschaffen. Üppige Vegetation, Wasser, Sauerstoff, nur kein einziges Tier ist weit und breit zu sehen. Das wird sich bald ändern. Denn so wie die Sporen einer pittoresken Pflanze in die Atemwege gelangt sind, beginnt sich der menschliche Wirtskörper nach anfänglichem Hüsteln auf unschöne Weise zu verändern. Auf der Flucht gelangen die Weltraumpioniere in eine okkulte Festungsanlage, in der der Android David (Michael Fassbender) als einziger Überlebender der „Prometheus“ regiert. Mit Bravour spielt der stets verlässliche Fassbender die Doppelrolle. Die Szene in der David den Androiden-Bruder Walther das Flötenspiel beibringt und ihn in die Kräfte der Kreativität einweist, ist ein Meisterwerk schauspielerischer Selbstverführung. Immer wieder stehen solche kontemplativen Sequenzen und semiphilosophischen Exkurse den mit grausamen Details gut bestückten Horror- und Kampfsequenzen gegenüber. Mit seinem visuellen Stilvermögen unterscheidet sich auch dieser Scott-Film deutlich von den überfrachteten Digitalfeuerwerken, die in diesem Genre viel zu oft abgebrannt werden. Der eindeutige Schwachpunkt von „Alien: Covenant“ liegt allerdings in der Drehbuchentwicklung, wo zwar auf kontrastreiche Stimmungswechsel und eine verschlungene Franchise-Verankerung, aber zu wenig auf die innere Schlüssigkeit der Story geachtet wurde.


Alien: Covenant
USA/Großbritannien ‘17: R: Ridley Scott, D: Michael Fassbender, Katherine Waterston, Billy Crudup.
Wertung: + + +
CinemaxX: ab Do. 18.5.

Foto:
Gärten in der Innenstadt

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