
In den USA sagt man gern, dass Gott Buck Brannaman vor Augen gehabt haben mag, als er den Cowboy schuf.
Text: Horst E. Wegener
Und selbst jene Kinogänger, denen der Name Brannaman nichts sagt, wissen Bescheid, sobald das Stichwort „Der Pferdeflüsterer“ fällt.
Independent-Ikone Robert Redford fühlte sich in seiner Adaption des populären Evans-Romans gleichen Namens von diesem Mannsbild für seinen schauspielerischen Part inspiriert. Die Dokumentarfilmerin Cindy Meehl hat nun das Leben, die Karriere und die Philosophie des wahren Buck Brannaman in den Mittelpunkt ihres Portraits gerückt. Sie begleitet den berühmten Pferdeflüsterer auf seinen Reisen quer durch die USA, spricht mit Leuten, die ihn kennen. Und beim Betrachten der furios gelungenen Studie merkt man schnell, dass dieser Charismatiker Brannaman nicht nur Menschen bei Problemen mit ihren Pferden hilft: Es funktioniert auch unter entgegen gesetzten Vorzeichen. Letzteres hängt damit zusammen, dass Buck Brannamans Kindheit alles andere als das wahre Zuckerschlecken war. Meehls Doku arbeitet heraus, dass Buck in seiner Jugend schwer misshandelt wurde. Weshalb er sich heutzutage umso leidenschaftlicher dafür stark macht, dass wir alle – Menschen und Pferde – die Angst voreinander verlieren. Unterm Strich punktet „Buck“ als filmisches Portrait, das nicht nur für Pferdenarren sehenswert ist. Unbedingt ansehen!
Weitere Infos:
USA '11: R: Cindy Meehl; Dokumentarfilm
Wertung: 5/6
Casablanca: ab Do. 7.6.