
Brandneuer Jazzahead-Preis
Text | Horst E. Wegener
Vom 19. bis 22. April wird es die Jazzbranche wie gewohnt nach Bremen ziehen. Dort findet zum nunmehr siebten Mal anlässlich des jazzahead-Spektakels ein Get together der Szene statt.
Das diesjährige Partnerland des mehrtägigen Musik-Marathons heißt Spanien – geehrt am Auftakttag mit einer Spanish Night, bei der fünf Bands aus den verschiedensten Regionen des Landes um die Gunst des Bremer Publikums wetteifern dürfen. Tags darauf werden sich glatt doppelt so viele Bands auf den Bühnen live ablösen – zehn Combos treten im Rahmen der German Jazz Expo ins Scheinwerferlicht. Und am 21. schließt sich das European Jazz Meeting an – 16 Bands im Angebot, die an diversen Locations in der gesamten Stadt Bremen für gute Laune und klasse Livemusik sorgen wollen. Damit nicht genug: Die diesjährige jazzahead lockt mit Filmvorführungen, Meet & Greet-Events, einer LP- und CD-Tauschbörse, Preisverleihungen.
Apropos Preise: Erstmalig vergibt die jazzahead am 20. April einen mit 5.000 Euro dotierten Preis für deutschen Jazzjournalismus. Laut einer Presseinfo der jazzahead will man damit „inhaltlich und sprachlich kompetenten Jazzjournalismus“ künftig regelmäßig würdigen und fördern. Eine begrüßenswerte Förderungsmaßnahme in den Augen des Akademikers Uli Beckerhoff. Der Essener Folkwang-Professor und Musiker ist sich mit Kollegen einig, dass Jazzmusik in Deutschland auf Weltklasse-Niveau stattfindet, in der nationalen Kulturlandschaft jedoch nicht so präsent ist wie er sein sollte „angesichts seiner hohen Qualität und der Anerkennung, die er inzwischen im Ausland erfährt. Dies spiegelt sich in der marginalen Berichterstattung in den deutschen Medien wider“, so Jazztrompeter Beckerhoff. Mit Etablierung des Jazzjournalismus-Preises sei beabsichtigt, den Nachwuchs zum Schreiben für und über Jazzmusik anzuregen, das Wirken der Musiker insgesamt wieder in den Fokus der Kulturjournalisten zu rücken.
Der Jury, die am 20. April einen Siegerartikel küren soll, gehören der Spiegel-Journalist Hans Hielscher, der BR-Redakteur Roland Spiegel sowie Jazzmusiker Dieter Ilg an; ergänzende Infos zu den Preismodalitäten und den Voraussetzungen können jazzjournalistisch Interessierte telefonisch bei der Wirtschaftsförderung Bremen (0421-3505680) oder im Rahmen der Pressekonferenz zur diesjährigen jazzahead am 19. März um 11 Uhr im Swissôtel Bremen erfragen. DIABOLO drückt die Daumen.