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Wochenzeitung DIABOLO:
Rückkehr eines Musicalstars
Jesus Christ Superstar Musical12.10.2017

Als der damals erst 23-jährige Andrew Lloyd Webber vor 46 Jahren seine Londoner Rockoper Jesus Christ Superstar am New Yorker Broadway dem Musicalpublikum präsentierte, da erntete der mittlerweile sehr populäre Komponist vor allem von Seiten christlicher Vereinigungen Widerstand. Die Passionsgeschichte verrockt, das erschien manchem doch allzu blasphemisch.

Dem Erfolg des Stücks tat das keinen Abbruch. Selbst im Radio Vatikan wurde es gespielt; Versionen mit großem Orchester und Rockband oder in kleiner Besetzung, traditionell inszeniert oder in die Gegenwart umgebettet machten es sowohl größeren als auch kleineren Bühnen möglich, sich eine eigene Jesus Christ-Fassung zu erarbeiten. Doch wo Andrew Lloyd Webber draufsteht, achtet der Kassenrennerkomponist nach wie vor akribisch darauf, dass seine Musicalfassungen nicht zu stark verfremdet werden.
Nachdem seine Rockoper-Version ein Weilchen von den Spielplänen der Theater im Lande verschwunden war, taucht das in der Originalversion mit Texten von Tim Rice ausgestattete Werk mittlerweile auf deutschsprachigen Bühnen wieder häufiger auf. Und es zeigt sich wie eh und je, dass es um den biblischen Jesus eigentlich gar nicht geht: Schon Webber und Rice favorisierten bei ihrer Urfassung (damals noch mit dem Deep Purple-Sänger Ian Gillan als Jesus) eine Akzentverschiebung hin zum Superstar. Ihr Messias ist eine zeitlose Figur geblieben, die überall und jederzeit predigen könnte: Quasi eine Heilsfigur, die sich selbst überfordert und die Fans enttäuscht. Letzteres passiert bekanntlich immer wieder – beim Sport, in der Musik, im Film, nicht nur in der Religion. Insofern war es schon damals konsequent, dass die Plattenaufnahme und die Bühnenfassungen im Londoner Westend und am New Yorker Broadway anno 1973 um eine Kinoversion aus Hollywood ergänzt wurde.
Die Geschichte in allen Fassungen ist und bleibt gleich, stets ergänzt um die in diesem Genre unverzichtbare Lovestory. Maria Magdalena erweist sich bekanntlich als treueste Begleiterin von Gottes Sohn, weicht ihm als Einzige nicht von der Seite, als er verraten und verkauft wird. Sie ist’s, die den Aposteln deshalb die Leviten liest. Für die Hauptrolle des Jesus Christ Superstar konnte das Oldenburgische Staatstheater jetzt Oedo Kuipers verpflichten, der zuvor schon in Wien (im Mozart-Musical) und Füssen (mit Ludwig 2) positive Kritiken und Applaus seitens vieler Musicalfans einfahren durfte. Wenn das nicht gut klingt?!

Text  |  Horst E. Wegener

Die Musicalfassung der Lloyd Webber’schen Rockoper „Jesus Christ Superstar“ steht ab dem 29. Oktober im Staatstheater Oldenburg auf dem Spielplan.

Foto:
Über den Dächern von Oldenburg

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