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MoX - Veranstaltungsjournal
Wie im Film
Bei Kokoti ist alles möglich15.11.2017

<i>MoX - Veranstaltungsjournal</i><br />Wie im Film<br />Bei Kokoti ist alles möglich

Die Geschichte der Band Kokoti könnte genauso gut die Story eines Hollywood-Streifens sein. Ein Zufall führte das Quintett zusammen und auf den ersten Blick wollen die einzelnen Teile der Gruppe nicht so recht zusammen passen, doch aus dieser Konstellation ist inzwischen eines der spannendsten und kreativsten Musikprojekte Oldenburgs geworden.

Ein Proberaum im Oldenburger Westen, hier treffen sich jede Woche Musiker und Bands, um an ihren Songs zu arbeiten, idealerweise in entspannter und doch konzentrierter Atmosphäre. Auch Sänger Leodelest wollte hier an seinem Gesang feilen und probt regelmäßig zu verschiedenen Playbacks. Erschwert wird seine Arbeit aber durch eine andere Band, die jede Woche im Nebenraum probt. „Ich gedacht, wer sind diese Leute, die mich immer beim proben stören“, erinnert sich Leodelest. Irgendwann öffnet er die Tür zum Nachbarraum und setzt sich zu den drei probenden Musikern. Diese spielen mit Schlagzeug und zwei Gitarren Rockmusik. „Wir machen zwar schon ewig Musik zusammen, waren aber so etwas wie die faulste Band der Welt“, erinnert sich Rudi. Vollblutmusiker Leo belässt es aber nicht beim Zuhören, sondern er steigt gleich mit ein und bereichert das Trio mit seinem Gesang. Für die vier Musiker war diese erste Begegnung so etwas wie ein Schlüsselmoment, der ungeahnte kreative Potenziale freilegte. „Mich hat die Musik fasziniert, die sie gemacht haben und dann habe ich einfach das Mikrofon genommen“, erinnert sich Leo. Auf den gemeinsamen Proben entstehen immer mehr Ideen und die Musik der Band entwickelt sich stetig weiter. „Als Leo gesungen hat, hatte ich gleich etwas im Kopf, was dazu passte, auf der Gitarre war dies aber nicht umzusetzen und daher habe ich mir ein Keyboard besorgt“, so Hannes. So werden aus den Gitarristen Rudi und Hannes nun der Bassist Rudi und der Keyboarder Hannes, Schlagzeuger Dave durfte seinen Posten behalten. Leodelest holt dann noch seinen Freund Pascal als Percussionist in die Band. „Leo hat mir gesagt, er habe da eine total verrückte Band gefunden und ich müsse unbedingt mitspielen“,
so Pascal. Das Quintett merkt schnell, dass ein ganz neuer Vibe bei den Proben zu spüren ist. „Musik ist für uns zu einem freien Raum geworden, jeder konnte seine Ideen einbringen“, so Leo. Die Songs von Kokoti entstehen auf diese Weise in stetigen Experimenten. „Das war auch schon vorher unsere Stärke, wir haben immer viel improvisiert, aber uns stilistisch dabei zu sehr eingeschränkt“, meint Rudi. Bei diesem Prozess entsteht dann eine ungemein vielfältige musikalische Mischung, die keine Genregrenzen kennt. Pop, Reggae, Rock oder afrikanische Beats, die Musiker bedienen sich aus ihrem ganzen Erfahrungsschatz. In seinen Texten thematisiert der Sänger dabei Erfahrungen von Flucht, Krieg und Heimatverlust. Andere Lieder versenden eine positive Botschaft und sollen Menschen zum Träumen anregen. „Alles ist in der Musik lebendig und wir nutzen die Chancen, die uns der Zufall eröffnet hat“, so Leo. Ein wenig gesteuert wird dieses Zufallsprinzip durch die gemeinsame Sprache der Musik, die alle Musiker verstehen und für ihren kreativen Output nutzen.
Inzwischen hat die Band die ersten Auftritte absolviert, die erste CD ist ebenfalls im Kasten und auch in Zukunft hat man noch viel vor. „Wir wollen auch zeigen, dass beim Kultursommer nicht immer nur internationale Bands spielen müssen, wir passen dort auch hin“, ist sich Leo sicher. Zunächst steht aber erst einmal das Release-Konzert für das „Voiala!“ betitelte erste Album von Kokoti an. Im Januar soll es soweit sein. Der Name der Band bedeutet übrigens „Schwein“ in der Sprache Dida, die an der Elfenbeinküste gesprochen wird, von der Leo und Pascal stammen. „Der Name passt gut zu uns, denn das Schwein ist ein Allesfresser und wir nehmen auch alle musikalischen Einflüsse in uns auf“, erklärt Pascal.  

Text und Foto: Christoph Kienemann

Foto:
Oldenburger Kultursommer

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