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Buch-Tipps

MoX - Veranstaltungsjournal
„Superhero“ von Anthony McCarten
Vorgestellt von Jan Schulz, im Klinikzentrum Ammerland tätig04.07.2017



MoX: Wovon handelt das Buch?
Jan Schulz: In der Geschichte geht es um den 14 jährigen Jungen Donald, der an Leukämie, einer Form von Blutkrebs, erkrankt ist. Zunächst wird geschildert, wie Donald nach der Chemotherapie das erste Mal eine Besserung seiner Krankheit erlebt. Trotzdem verfällt er in eine tiefe Depression und hegt aufgrund seiner Krankheit Selbstmordgedanken. Im Verlauf der Handlung tritt der Krebs erneut auf, so dass Donald ab diesem Zeitpunkt weiß, dass er sterben wird. Daraufhin erfolgen wieder ein Klinikaufenthalt und eine neue Chemotherapie. Seine Eltern zwingen ihn, einen Psychiater aufzusuchen. Der Psychiater, dessen Name Dr. King lautet, versucht Vertrauen zu dem jungen Donald zu gewinnen, doch das erweist sich erst einmal schwieriger als gedacht.  Beide, sowohl Donald als auch sein Psychiater, bemerken während der Therapiesitzungen, dass sie einen gemeinsamen Bezug zur Kunst haben. Während sich Dr. King der klassischen Malerei hingibt, ist Donald ein passionierter Comiczeichner. Er hat sich sogar ein comicartiges Alter Ego namens „Miracle Man“ erschaffen. Im Grunde genommen behandelt die Geschichte die Wünsche, Sehnsüchte und Ängste von Donald. Diese werden zum einen aus der realen Sicht geschildert und zum anderen durch seine selbst gezeichneten Comics dargestellt. Dabei kristallisiert sich vor allem Wut als Emotion für Donald  heraus: Er versteht nicht, warum die Krankheit ausgerechnet ihn treffen muss und empfindet dies als höchst unfair. Zumal er für sein recht junges Alter noch so viel vor hat im Leben. Zudem wurmt es ihn, dass er mit seinen 14 Jahren weder eine nackte Frau gesehen hat, noch Sex mit einer hatte.  Im Übrigen bemerkt Dr. King in den Sitzungen mit Donald, dass er sich selbst in einer Art Therapie befindet. Er steckt in einer Beziehungskrise mit seiner Frau, mit der er lediglich nur noch eine Wochenendbeziehung führt und die ihn auch noch mit einem anderen Mann betrügt. Donald und Dr. King helfen sich gegenseitig in ihren jeweiligen Problemen und erkennen ihre eigene Wahrheit darin.
MoX: Wie haben Sie das Buch gelesen?
Jan Schulz: Ganz klassisch auf dem Papier.
MoX: Was hat Ihnen besonders gut an dem Buch gefallen?
Jan Schulz: Mir gefällt, wie sich in der Geschichte mit den Themen Krankheit und Tod auseinandergesetzt wird. Zum Teil werden diese auf eine witzige aber auch auf eine gnadenlose Weise dargelegt. Bei allem Humor bleibt doch immer etwas Ernstes und Tiefgründiges zurück. Das Buch hat mich emotional sehr ergriffen.
MoX: Wem würden Sie das Buch empfehlen?
Jan Schulz: Allen Menschen, die sich für das Thema „Umgang mit dem nahenden Tod“ interessieren! Das Buch bietet guten Einblick in die Thematik der Krankheit, vor allem wird die Verzweiflung des (familiären) Umfelds beleuchtet. Das Geschilderte wirkt authentisch, ohne in Polemik abzugleiten. Denn leider existieren viele Bücher, die solche Inhalte allzu unnötig emotional aufbauschen. Der Autor versteht es, eine gute Balance zwischen Humor und Ernsthaftigkeit für das Thema zu schaffen.
Interview und Foto | Dana Hubrich

Foto:
Jugend in Oldenburg

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