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Alle Facetten
Die Gitarre im Mittelpunkt des Carl von Ossietzky Kompositionswettbewerbes04.07.2017



Die Gitarre kennen wir alle aus der Pop- und Rockmusik, als Instrument im Jazz oder der Klassik. Doch neben diesen bekannten Tönen steckt in der Gitarre noch einiges mehr. Davon konnte man sich bei der Aufführung der Siegerbeiträge des Carl von Ossietzky Kompositionswettbewerbs überzeugen, dort konnte das Saiteninstrument zeigen, wieviele Facetten es wirklich besitzt.

Im Januar zeichnete die Jury das Stück „El Bailarín“ von Klaus Hinrich Stahmer mit dem ersten Preis des Wettbewerbes aus. Daneben konnten sich auch die Komponisten Matteo Zanetti und Rodrigo Baggio über den zweiten und dritten Platz im Wettbewerb freuen. Alle Kompositionen wurden anonym eingereicht und sollten gar nicht in erster Linie durch besondere Komplexität überzeugen. Ebenso wichtig ist der Jury, dass die Stücke auch in der Ausbildung von SchülerInnen oder StudentInnen angewandt werden können und hier neue interessante Erkenntnisse ermöglichen. „Der Wettbewerb ist auch ein Symbol dafür, was an dieser Universität möglich ist“, erklärte Violeta Dinescu, Professorin für Komposition in Oldenburg. Denn jedes Jahr werden die Siegerbeiträge von Lehrenden und Studierenden der Oldenburger Universität aufgeführt. In diesem Jahr gesellten sich auch SchülerInnen der Oldenburger Musikschule und der Hochschule Bremen dazu. „Damit steht die Preisverleihung auch im Zeichen der Kooperation, denn ohne diese könnten wir die Stücke gar nicht aufführen“, so Axel Weidenfeld, der an der Universität Gitarre unterrichtet. Einige der ausgezeichneten Stücke übte Weidenfeld mit seinen StudentInnen in Seminaren ein, das Ergebnis konnte sich wahrlich hören lassen. „Die Stücke kombinieren die klassische Gitarre mit der E-Gitarre und sind daher auch für die Ausbildung gut geeignet“, erklärte Weidenfeld.
Als Einstimmung gab es für die ZuhörerInnen in der Universitätsaula das Stück Tango Perpetuo von Paul Mitchell-Davidson zu hören, eine Komposition, die aus dem letzten Wettbewerb stammte, der sich dem Thema Gitarre widmete. Im Anschluss gab es die ersten Stücke von Rodrigo Baggio zu hören, die durch ihre Klarheit und ihr Spiel mit verschiedenen Lautstärken überzeugten. Baggio stammt aus Brasilien und war extra für die Preisverleihung angereist. Die Atmosphäre seiner Heimat verpackte der Komponist in sein Werk „A Brazillian Image“, das eine melodische E-Gitarre mit einer rhythmischen Akustikgitarre kombinierte. Die Präsentation von Peter Hollweges Stück „Der verbotene Wald“, eine Adaption verschiedener Szenen der Harry Potter Romane, führte die Gitarre als perkussives Instrument ein und zeigte Facetten des Instruments, die es sonst nur selten zu hören gibt. Matteo Zanettis „Fonografie per quartetto di chitarre“ bestach ebenfalls durch ihre Einfachheit und Klarheit. „Hier sieht man, wie schwierig es ist, leicht zu schreiben“, fand Violeta Dinescu.
Zum Abschluss des Abends gab es die Uraufführung von Klaus Hinrich Stahmers „El Bailarín“ zu hören. Neben drei Gitarren wurde die Aufführung um die Rezitation des namensgebenden Gedichtes von Vincente Aleixandre, durch Gisela Kanngießer-Krebs und die Tanzperformance von Timothée Cuny, Tänzer der Oldenburger Ballett Compagnie. Stahmer gelingt es, die drei Ebenen aus Text, Musik und Bewegung harmonisch zu verbinden und schafft auf diese Weise ein umfassendes Erlebnis, das nicht nur Werbung für die Gitarre macht. Stahmer wurde im Jahr 1941 in Stettin geboren und verbrachte seine Schulzeit in Lüneburg. Nach dem Studium lehrte Stahmer am Bayrischen Staatskonservatorium für Musik in Würzburg, wo er das Festival „Tage der Neuen Musik“ gründete und leitete. Neben seiner Tätigkeit als Hochschullehrer machte sich Stahmer einen Namen als Autor und Musikjournalist, wobei er zumeist Themen aus dem Bereich der Neuen Musik bearbeitete. Einen Schwerpunkt seiner Tätigkeit sah er in der Vertiefung der Beziehungen zwischen Deutschland und Israel sowie in der Aussöhnung zwischen Polen und Deutschland.
Text und Foto: Christoph Kienemann

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Sonne am Marktplatz

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