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„Herr Lehmann“ von Sven Regener
Vorgestellt von Jan Bredol vom  Lokalsender Oldenburg Eins09.05.2017





Frage: Wovon handelt das Buch?
Jan Bredol: „Herr Lehmann“ spielt rund um den Mauerfall im Jahr 1989. Der geschieht allerdings eher im Hintergrund. Vordergründig geht es um das Alltagsgeschehen im Leben von Frank Lehmann, einem Bremer, der sich in West-Berlin als Thekenkraft in verschiedenen Kneipen verdingt. Erzählt wird von Leben und Lieben des jungen Mannes, der ausgerechnet am 9. November 1989 dreißig Jahre alt wird. Neben dem Besuch der Eltern, einer Liebschaft mit der schönen Köchin Katrin und dem Nervenzusammenbruch seines besten Freundes Karl erlebt Lehmann den Mauerfall eher nebenbei. Trotzdem hinterlässt die beengte Situation in West-Berlin in den letzten Tagen und Wochen der deutschen Teilung deutliche Spuren bei Herrn Lehmann und seinen Freunden.
Frage: In welcher Form haben Sie das Buch gelesen – als E-Book oder auf dem Papier?
Jan Bredol: Das Buch habe ich als Taschenbuchausgabe gelesen.
Frage: Was hat Ihnen besonders gut an dem Buch gefallen?
Jan Bredol: Besonders hat mir gefallen, dass der Autor die eher banalen Erlebnisse der Hauptfigur trotzdem spannend und mitreißend zu erzählen und auch noch in einen geschichtlichen Wendepunkt nahtlos einzubauen weiß. Humorvolle Beschreibungen und Dialoge sind dabei ein Markenzeichen des Romans. Die Ziellosigkeit der Hauptfigur und die Isolation im „umzingelten“ West-Berlin finden sich auch im Stil des Autors wieder, der Text wimmelt von Wiederholungen, festen Begriffen - und schier endlosen Streitgesprächen um Belanglosigkeiten, zum Beispiel darüber, ob man zum Frühstück in einer Kneipe Schweinebraten bekommen kann.
Frage: Wem würden Sie das Buch empfehlen?
Jan Bredol: Wer schon die Verfilmung von Regisseur Leander Haußmann mit Christian Ulmen in der Hauptrolle mochte, dem wird das Buch noch ein ganzes Stück besser gefallen. Außerdem empfohlen ist der Roman jedem, der ein Faible für skurrile Situationen hat, den etwas trockenen norddeutschen Humor von Sven Regener mag und der eine sehr schöne Milieustudie von West-Berlin in den achtziger Jahren lesen möchte. Bei aller weltpolitischen Schwere, die mit dem Mauerfall mitschwingt, ist „Herr Lehmann“ nämlich vor allem ein sehr komischer Roman.
Frage: Was wissen Sie über den Autor?
Jan Bredol: Sven Regener, Jahrgang 1961, ist eigentlich Musiker. Er textet, singt und spielt Trompete bei der Band Element of Crime. Ursprünglich kommt er wie seine Romanfigur Frank Lehmann aus dem Bremer Stadtteil Vahr und wirkt inzwischen in Berlin. „Herr Lehmann“ war sein erster Roman, inzwischen gibt es um Frank Lehmann eine Trilogie – bestehend außerdem aus den Romanen „Neue Vahr Süd“, der die Wehrdienstzeit von Lehmann im Landkreis Verden behandelt, und „Der kleine Bruder“, der erzählt, wie er schließlich in Berlin landete. Daneben hat Regener auch noch weitere Bücher veröffentlicht und ist nach wie vor als Musiker aktiv. „Herr Lehmann“ und „Neue Vahr Süd“ wurden auch verfilmt. Das Drehbuch für den „Herr Lehmann“-Film schrieb Regener ebenfalls.

Interview und Foto | Dana Hubrich

Foto:
Fahrradstadt Oldenburg

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