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„Das Geheimnis wahren“ Aiko Bartsch, Illusionist03.01.2018



Text und Foto: Dana Hubrich
Denn der 31 jährige Aiko Bartsch geht in seinem Leben zwei Berufen nach, in denen er wiederum zwei unterschiedliche Persönlichkeiten verkörpert. Zum einen ist er als Tontechniker tätig, zum anderen mimt er als „Aaron Davis“ einen modernen Zauberkünstler. „Viele denken erst einmal an einen mit Frack und Zylinder ausgestatteten Typen, so wie einst die Zauberer eben auch aufgetreten sind.“ erläutert Aiko Bartsch mit einem leichten Lächeln. Mit solchen plakativen Vorstellungen von Zauberern wird er oft konfrontiert. „Wobei Illusionist die weit treffendere Bezeichnung wäre“, wie er mit hochgezogenen Brauen hinzufügt. Und Zauberei ist nicht gleich Zauberei, sondern in verschiedenen Kategorien angelegt. „Neben so genannten Großillusionen mache ich auch Stand-Up- sowie Close Up-Zauberei; letztere besteht beispielsweise aus aufgeführten Tricks am Tisch, zumeist mit Kleingegenständen wie Münzen dargeboten.“ Comedy- und Kinderzauberei als auch Manipulation bilden weitere Sparten in der Kunst des Zauberns: „Manipulation hält viele unglaubliche Nummern bereit, die von dir viel Fingerfertigkeit abverlangen und regelmäßiges Üben voraussetzen. Beispielsweise greifst du in die Luft und hast plötzlich einen Kartenfächer in der Hand; im Anschluss verschwindet dieser dann wieder. Generell ist Manipulation eher nicht so mein Ding.“ Die Rolle eines Illusionisten dafür umso mehr, fürwahr. „Ich finde es spannend, in eine andere Rolle schlüpfen zu können. Denn mithilfe dieser Figur kann ich eine außergewöhnliche Geschichte erzählen.“ Indes hat Aiko Bartsch eine Zauberschule nie besucht. Ein Bekannter seines Vaters, der selbst zauberte, verleitete ihn zu dieser Trickkunst. Als Nächstes zückt er mit flinken Fingergriffen sein Mobiltelefon und ruft ein Video von eines seiner Bühnenshows auf. Sofort ertönt eine reißerische Musik. In schnellen Schnitten sieht man „Aaron Davis“ in Aktion: Herausfordernd schaut er in das Publikum und vollführt eine mit bunten Lichtgewitter inszenierte Großillusion. Lässig, aber trotzdem elegant in ein schwarzes Jackett gekleidet, bedient er zielsicher die auf der Bühne befindliche Trickapparatur. Im ersten Augenblick eine harmlose Transportkiste, in der seine blonde, in ein glitzerndes Kleid gehüllte Assistentin eingeschlossen wird. Mit einem Bilderbuch-Lächeln lässt sie das über sich ergehen. Das Ganze wird nun mit Seilen verschnürt und der junge, drahtige Illusionist stellt sich auf die Kiste. Immer wieder begleitet Aaron Davis das Geschehen mit theatralischer Mimik und Gestik. Bei all der Professionalität bleibt der Schweiß auf der Stirn nicht aus. Anschließend verdeckt er die Kiste mit einem seidig schimmernden Tuch und wirft es mit einer ruckartigen Bewegung hoch. Plötzlich  steht die Assistentin selbst auf der Kiste und Aaron Davis verharrt nun eingeschlossen in der Box. Ein effektreicher Rollentausch. „Das ist eine abgefahrene Nummer, die ich sehr gerne mache, weil sie relativ schnell von statten geht und somit die Zuschauer schwer erkennen lässt, worin der eigentliche Trick besteht.“ Kommentiert Aiko Bartsch das Geschehen seines schneidigen, sprachfertigen Alter Egos, dessen Name und Image sich übrigens demnächst ändern soll. Selbstverständlich bleibt die wahre Abfolge der Großillusion unter Verschluss. Es soll ein Geheimnis bleiben. Und jene nehmen einen wichtigen Stellenwert im Gewerbe der Zauberkünstler ein. So rätselhaft wie das auch klingen mag, so sachlich nüchtern schildert Aiko Bartsch die Vorgehensweise dahinter. „Die Tricks kann man kaufen, es existieren dafür spezielle Onlineshops. Genauere Details erfährst du erst dann, wenn das Paket bei dir zu Hause eintrudelt. Das eigentliche Geheimnis befindet sich in der dazugehörigen Anleitung.“ Nach einer bedeutungsvollen Pause fügt er mit grüblerischer Miene hinzu. „Letztendlich bezahlst du nicht die Apparatur, sondern das Geheimnis. Je besser so ein Geheimnis ist, desto teurer die Apparatur.“

Foto:
Gärten in der Innenstadt

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