LzO
KONTAKT | IMPRESSUM
Name:
Pass:
Magazin > Menschen
Veranstaltungskalender
Kleinanzeigen aufgeben Kleinanzeigen lesen
Termine melden Termine suchen
Tickets kaufen Spielstätten suchen
Pizza bestellen Restaurant suchen
Anzeigen buchen Mediadaten suchen
Voting abstimmen Party Pics ansehen

Weser-Ems-Bus
Klima +
GSG
FZO Fixies
Britischer Humor 26.4.12

Komik à la Britton
Text | Horst E. Wegener

„Ein Leben ohne Sex ist möglich, aber keinesfalls eins ohne Brille“, dämmert´s dem Briten Mark Britton im Vorfeld seines aktuellen Satireprogramms mit dem sinnigen Titel „Ohne Sex geht´s  auch (nicht)“. Unverdrossen sollen da die Themenfelder Älterwerden mit den ewigen Klassikern Mann, Frau, Familie abgeglichen werden. Das Ergebnis könnte bei dieser Gemengelage leicht prollig und flachwitzig ausfallen. Tut es aber nicht, weil Mark Britton britischen Humor gekonnt eindeutscht, er sich zudem eher selten auf die allzu bekannten und naheliegenden Pointen versteifen mag. Last but not least trumpft der Standup-Comedian wie eh und je mit Slapstick-Improvisationen auf, bei denen es den Anwesenden im Saal einen Heidenspaß bereiten dürfte, den assimilierten Englishman in Germany beim über-die-Bühne-wuseln zu beobachten.
Britisch schwarzhumorige Jokes in deutscher Sprache, so lautet das Erfolgsrezept des Wahl-Kölners, mit dem sich der 1958 im niedersächsischen Städtchen Rinteln geborene Britton seit Mitte der 1990erJahre im Scheinwerferlicht behauptet. Seine One-Man-Shows sind die perfekte Mischung aus Kabarett und Slapstick, Pantomime und Situationskomik. Ohne aufwendiges Bühnenbild und Requisiten, dafür aber mit ausdrucksstarker Körpersprache und dem losesten Mundwerk diesseits des Kanals, lässt der Sohn eines englischen Psychoanalytiker und einer amerikanischen Schauspielerin ganze Welten vor den Augen der Zuschauer entstehen. Stürzt sich kopfüber in die Absurditäten des Alltags – so auch diesmal, wenn er sich im Zwiegespräch mit den Adressaten seines Bühnensolos gern fragt, ob er schon 53 oder erst 53 ist? Letztlich alles eine Frage der Perspektive, lautet Brittons Antwort: Denn hinter dem Rentner am Geldautomaten fühlt er sich jung; mit einem Jugendlichen im Nacken an einem Fahrkartenautomaten der Bahn altert er schlagartig. Er stellt fest, das in seinem Alter „Haare nicht verloren werden, sondern emigrieren – vom Kopf in Ohren und Nase; wohl wahr! Und dann verlegt er einen ganz normalen Ehekrach mitten hinein in das pralle Leben eines Supermarktes: Aus dem Zank wird im Nu ein Tribunal mit den anderen Kunden und dem Personal als Zuschauern.
Überhaupt, dies Familiengeschichten erzählen und spielen: Da kennt Britton sich aus. Von einem Humor-Tsunami  vor Jahren über den Ärmelkanal gespült, endete der Brite nach Lehrjahren in Paris und andernorts höchstselbst in den Armen einer deutschen Ehefrau. Schwiegereltern gab´s gratis dazu, Kinder kamen über die Jahre ein bisschen teurer. Mit Krissie Illing begründete Jung-Comedian Mark Britton anno ´84 das Spaß-Duo Nickelodeon. Solo tingelte der Wahl-Kölner ab ´89 durch die Lande. Damit längst nicht genug, schrieb er den Roman „Ein Englishman in Köln“  und mehrere Theaterstücke. Obendrein ließ er sich als Moderator für Events wie die „Last Night of the Proms“ in Berlin verpflichten, betreute als Redakteur Produktionen von Kollegen wie Sissi Perlinger, unterhielt mit eigenen Sketchen das Publikum der Mitternachtsspitzen oder des Quatsch Comedy Clubs. „Er ist ein Hochgeschwindigkeits-Komiker – zackig und knallig wie ein Video-Clip auf MTV, dabei so fein gemein, wie nur englischer Humor sein kann“, lobte die Berliner Zeitung Mark Brittons Kunst. Dem ist nichts hinzuzufügen – außer: Kulturetagentermin vormerken, hingehen und ablachen!

Mark Britton
Sa 5.5., 20:00 Uhr, Kulturetage, OL

Hier geht es zur Webpage