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Wochenzeitung DIABOLO:
Ruhe bewahren? Zukunft der bau_werk Halle Thema im Kulturausschuss17.05.2017





Text und Foto  | Christoph Kienemann

Nachdem zuerst das Oldenburger freifeld Festival sein Aus verkündete und später die Nachricht von einem möglichen Verkauf der bau_werk Halle an die Öffentlichkeit drang, verschafften sich Oldenburgs Kreative durch eine Demonstration Gehör. Als Creative Mass forderte man eine Umkehr der Oldenburger Kulturpolitik, damit kreative Potenziale in der Stadt erhalten werden können. „Das Thema brennt. Die Überlegungen des OBs, die bau_werk Halle zu verkaufen, stoßen auf Skepsis und die Politik hat erst durch die Presse von den Plänen erfahren“, erklärte Kurt Bernhardt (Grüne), im Kulturausschuss. Bevor Nägel mit Köpfen gemacht würden, müsste man erst über eine inhaltliche Nutzung der Halle, die derzeit als Forum für Kulturveranstaltungen dient, diskutieren. Derzeit liegt der Stadtverwaltung eine Anfrage der Gemeinnützigen Werkstätten Oldenburgs vor, die in der Halle ein inklusives Restaurant eröffnen möchten. „Dieses Projekt unterstützen wir im Grundsatz, das Problem ist der Ort“, so Bernhardt weiter, „der Königsweg wäre es, wenn beide Projekte in der bau_werk Halle realisiert werden könnten.“ Für die FDP-Ratsfrau Christiane Ratjen-Damerau hat die bau_werk Halle eine besondere Funktion in der Oldenburger Kulturszene und sollte erhalten bleiben, das inklusive Restaurant könnte auch an einem anderen Standort realisiert werden. Die SPD wollte sich der allgemeinen Aufregung nicht anschließen. „Die Diskussion ist schwierig, da es noch gar kein Konzept der Verwaltung gibt“, so Nicole Piechotta. Bernhard Ellberg ergänzte: „Wir sollten das Thema ruhig und sinnig angehen, es besteht hier kein Zeitdruck.“ Jörg Kowollik vom Verein Jugendkulturarbeit stellte das Thema auf etwas breitere Füße, insgesamt gehe es auch um Freiräume für Kreative und man sollte sich Zeit lassen für einen guten Weg. Kulturdezernent Jürgen Krogmann konnte aufgrund eines Termines in Hannover nicht an der Diskussion teilnehmen. Dafür gab es Kritik vom beratenden Mitglied Klaus Modick: „Es kann nicht angehen, dass sich der Kulturdezernent hier drückt, wenn er gefragt ist.“ Er forderte die Parteien auf, sich endlich wieder einen eigenständigen Kulturdezernenten zu leisten.
Anschließend hielt Kirsten Haß von der Kulturstiftung des Bundes einen Vortrag über Kriterien der Förderung von Einrichtungen der freien Kulturszene. In dieser Legislaturperiode hat sich der Kulturausschuss die Entwicklung neuer Förderkriterien vorgenommen. Haß stellte heraus, dass Oldenburg vor einem Problem stehe, mit dem sich viele Kommunen im Land auseinandersetzen müssten. Die Förderung der Kultur sei zwar kontinuierlich, reiche aber nicht nur, um den Status quo zu erhalten. Städtische Kulturförderung sollte in Zukunft Zeithorizonte für lange Projekte ermöglichen, die aber noch kurz genug sind, um die Ergebnisse auszuwerten und gegebenenfalls aus der Förderung auszusteigen. Mit den Kultureinrichtungen sollten Projektverträge geschlossen werden, in denen Erfolgskriterien vereinbart werden. Wenn diese nicht erreicht werden, sollte die Förderung auch beendet werden. Den Kultureinrichtungen soll auf diese Weise die Chance gegeben werden, sich weiter zu entwickeln. Kulturamtsleiterin Christiane Cordes regte im Anschluss an, dass sich der Ausschuss nun überlegen sollte, wie man die eingeholte Expertise in einen konkreten Arbeitsweg überführen kann.

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