LzO
OLDENBURG
Dienstag

22

August

X-Cut
FZO Elektra

Aktuelles

Wochenzeitung DIABOLO:
Müllvermeider
Stadt Oldenburg unterstützt bei Umstellung auf Mehrwegbecher20.04.2017



Praktisch sind sie ja schon, die vielen Pappbecher, mit denen man seinen morgendlichen Kaffee unfallfrei genießen kann. Gerade bei Berufspendlern, aber auch bei Reisenden erfreuen sich Coffee-to-Go-Becher seit Jahren großer Beliebtheit, aber auch viele, die eigentlich ihren Kaffee aus einer Tasse trinken könnten, greifen oft zur Alternative aus Pappe. Die Folge des Vorgehens: ein ebenso großer, wie vermeidbarer Müllberg, gegen den nun viele Städte etwas unternehmen wollen.

Kann man sich 2,8 Milliarden Kaffeebecher vorstellen? Die Deutsche Umwelthilfe hat berechnet, dass die Deutschen jedes Jahr diese Menge an Einwegbechern in den Müll werfen. Zu diesem Müllberg, der im schlimmsten Fall auf einer Deponie oder in einem Kraftwerk landet und im besten Fall aufwändig recycelt werden muss, kommt dann noch die Menge an Energie, die für die Produktion der Becher aufgewendet werden muss. Eine Großstadt wie Schwerin könnte ein Jahr lang von der verbrauchten Strommenge leben. Für die Jahresproduktion der Coffe-to-Go-Becher müssen 43.000 Bäume gefällt werden und zusätzlich fällt ein Wasserverbrauch von 1,5 Milliarden Litern an. Auch davon könnte schon in Deutschland eine mittlere Kleinstadt ihren Jahresverbrauch decken. Über acht Liter Kaffee trinken die Deutschen pro Jahr aus Pappbechern. Dass diese an der Innenseite mit Polyethylen beschichtet sind, macht die Sache noch schlimmer. Denn das Material lässt sich nur schlecht recyceln, es besteht aus Rohöl und verursacht in der Herstellung erhebliche CO2-Emissionen. Allein in Berlin werden am Tag 460.000 in den Müll geworfen. Da diese Mengen inzwischen auch die Recyclingbetriebe vor große Herausforderungen stellen, überlegen sich in ganz Deutschland Städte und Gemeinden, wie sie der Müllberge Herr werden können.
„Einige Betriebe in Oldenburg haben bereits ein System eingeführt, bei dem Getränke zum Teil vergünstigt in mitgebrachte Becher gefüllt werden“, sagt Stadtbaurätin Gabriele Nießen. „Dieses Angebot wird aber noch nicht stark nachgefragt. Wir möchten durch Informationsangebote die Umstellung auf ein möglichst flächendeckendes System in Oldenburg unterstützen, an dem sich viele Betriebe beteiligen.“ Die Stadtverwaltung hatte zu diesem Zweck eine Informationsveranstaltung durchgeführt, bei der Vertreter der Firmen Bodum/Dallmayr und reCup ihre Mehrwegbecher vorstellen konnten. Ebenso vertreten war eine Berufsbildende Schule aus Göttingen, die einen eigenen Entwurf für einen Mehrwegbecher vorstellen konnte. Anwesend waren Führungskräfte und Beschäftigte zahlreicher Bäckereien und Cafés aus ganz Oldenburg sowie Vertreterinnen und Vertreter des Studentenwerks, des Fachgroßhandels für Bäckereien und Konditoreien, des Abfallwirtschaftsbetriebs sowie der Politik. Die Deutsche Umwelthilfe zeichnete derweil ein Berliner Projekt aus, in dem sich 15 Cafés in den Berliner Bezirken Neukölln und Kreuzberg zusammen geschlossen haben, die ihren Coffee-to-Go in standardisierten Mehrwegbechern mit Pfand verkaufen. „Die Initiative „Boodha – Just swap it“ setzt mit ihrem Pilotprojekt ein wichtiges Zeichen gegen den umweltschädlichen Einwegtrend. Es zeigt aber vor allem, dass Poolsysteme für Mehrwegbecher hervorragend funktionieren. Wenn Verbraucher die Möglichkeit haben, ihren bepfandeten Mehrwegbecher nach der Nutzung in anderen Cafés schnell wieder abzugeben“, sagt Thomas Fischer, Leiter für Kreislaufwirtschaft bei der Deutschen Umwelthilfe. Sogar die Deutsche Bahn ist inzwischen auf den Zug aufgesprungen und schenkt nun auch Kaffee in Mehrwegbechern aus, die die Fahrgäste selbst mitgebracht haben. Der Kaufpreis reduziert sich dafür um 10 Cent. Das Bundesumweltministerium will in diesem Fall nicht gesetzgeberisch aktiv werden, hier setzt man auf eine freiwillige Lösung. Ob dies reicht? Im vergangenen Jahr war die Bundesrepublik erneut der Europameister in der Produktion von Verpackungsmüll und ein Ende ist zunächst nicht in Sicht. Immerhin wird der Bundestag ein Mehrwegbecher-System einführen.

Text und foto  |  christoph kienemann

Kommentare

Keine Kommentare vorhanden.

Um hier Kommentare abgeben zu können müssen Sie sich erst Anmelden!

Benutzername:     Passwort:    

Wenn Sie Ihr Passwort vergessen haben oder Sie sich registrieren wollen Klicken Sie bitte hier.


Aktuelles

<i>Wochenzeitung DIABOLO:</i><br />Klappe die 24.<br />Filmfest Oldenburg würdigt Ed Pressman mit einer Retro

Aktuelles

mehr…Wochenzeitung DIABOLO:
Klappe die 24.
Filmfest Oldenburg würdigt Ed Pressman mit einer Retro
17.08.2017

Im vergangenen Jahr erregte das Filmfest Oldenburg dank seines Gastes Nicolas Cage bundesweite Aufmerksamkeit. In diesem Jahr ist bisher kein Gast mit der Starpower eines Hollywoodstars…

Aktuelles

mehr…Wochenzeitung DIABOLO:
Liebe Leserin,
Lieber Leser!
17.08.2017

In gut fünf Wochen ist Bundestagswahl. Wir, die Bürger sind ja der Souverän in der Bundesrepublik, also Inhaber der Staatsgewalt (Artikel 20 unseres Grundgesetzes „Alle Staatsgewalt geht vom  …

Aktuelles

mehr…Wochenzeitung DIABOLO:
Rettung naht
Die Landesbibliothek Oldenburg lässt alte Zeitungen entsäuern
17.08.2017

ASF/ Mehr als 500 schwere Bände mit historischen Zeitungen des Oldenburger Landes sind in der vergangenen Woche per LWK aus der Landesbibliothek Oldenburg ins Leipziger…

Aktuelles

mehr…Wochenzeitung DIABOLO:
Es geht um Sicherheit
Film „Democracy – Im Rausch der Daten“
17.08.2017

ASF/ Der Stadtverband Oldenburg von Bündnis 90/Die Grünen lädt zu einem Filmabend in den „KinOLaden“ ein. Es wird der mit dem Deutschen Dokumentarfilmpreis ausgezeichnete …

<i>Wochenzeitung DIABOLO:</i><br />Mehr als Bücher<br />Neues Profil der Stadtbibliothek war Thema im Kulturausschuss

Aktuelles

mehr…Wochenzeitung DIABOLO:
Mehr als Bücher
Neues Profil der Stadtbibliothek war Thema im Kulturausschuss
17.08.2017

Die Digitalisierung kommt und verändert die Lebenswelt der Menschen. In den verschiedenen Bereichen der Stadtverwaltung macht man sich Gedanken, wie man den Herausforderungen begegnen …

<i>Wochenzeitung DIABOLO:</i><br />Offen und unverkrampft<br />Erlebnisausstellung „Große Freiheit – liebe.lust.leben“

Aktuelles

mehr…Wochenzeitung DIABOLO:
Offen und unverkrampft
Erlebnisausstellung „Große Freiheit – liebe.lust.leben“
17.08.2017

Wissen Sie umfassend Bescheid in Sachen Sexualität und Gesundheit? Wenn nicht, dann ist die Erlebnisausstellung „Große Freiheit“ genau das Richtige für Sie. Mit über 50 interaktiven Stationen lädt die  …

<i>Wochenzeitung DIABOLO:</i><br />Zu den Polen<br />Programm der „Polen Begegnungen“ wurde vorgestellt

Aktuelles

mehr…Wochenzeitung DIABOLO:
Zu den Polen
Programm der „Polen Begegnungen“ wurde vorgestellt
17.08.2017

Östlich der Oder beginnt für viele Deutsche eine unbekannte Welt. Die Geschichte und die Kultur Polens sind vielen ein Rätsel. Dabei erreichen uns in regelmäßigen Abständen unerfreuliche Nachrichten über …

Aktuelles

mehr…Wochenzeitung DIABOLO:
Arbeitnehmer im Fokus
SPD gründet AG für Arbeitnehmerfragen
17.08.2017

Der SPD-Unterbezirk Oldenburg-Stadt hat auf einer konstituierenden Sitzung am 9. August eine örtliche Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) ins Leben …

Aktuelles

mehr…Wochenzeitung DIABOLO:
Kurz & knackig
17.08.2017

• Naturlehrpfad in Krusenbusch
• Mit Fahrrad über den Fliegerhorst
• Von jetzt auf gleich
• Zollämter suchen Nachwuchs
• Infotool Familienleistungen

Aktuelles

mehr…Wochenzeitung DIABOLO:
Schön war’s mal wieder
Rückblick auf die Gezeitenkonzerte 2017
17.08.2017

Musikfestivals, egal ob sie im Klassik-, Pop, Rock-, Jazz-, Folk- oder Schlagerbereich angesiedelt sind, erfreuen sich sichtlicher Beliebtheit. Selbst mieses Wetter scheint die teils von weit her anreisenden Fans  …

Aktuelles

mehr…Wochenzeitung DIABOLO:
Der Jazztreff in der Huntestadt
Das Alluvium nach der Sommerpause
17.08.2017

Noch unter den Nazis galt Jazz als entartet – und war verboten. Doch seit Ende des Zweiten Weltkriegs wird die hierzulande wieder gewertschätzte Musik erneut gefördert. Zwar können auch …

<i>Wochenzeitung DIABOLO:</i><br />Gespaltene Erinnerung<br />Zu Polen Begegnungen: Geschichtspolitik in Polen

Aktuelles

mehr…Wochenzeitung DIABOLO:
Gespaltene Erinnerung
Zu Polen Begegnungen: Geschichtspolitik in Polen
17.08.2017

Die Nachrichten über die Aktivitäten der PiS-Regierung werden so manchem deutschen Zeitungsleser und so mancher Zeitungsleserin anachronistisch vorkommen. Warum will die PiS-Regierung sich in …

<i>Wochenzeitung DIABOLO:</i><br />Pläne bleiben bestehen<br />Bauausschuss befasst sich mit Doktorsklappe

Aktuelles

mehr…Wochenzeitung DIABOLO:
Pläne bleiben bestehen
Bauausschuss befasst sich mit Doktorsklappe
10.08.2017

Auf der Oldenburger Doktorsklappe sollen weiterhin neue Wohnungen entstehen. Ein Investor will hier 95 Wohnungen in drei Mehr-Parteien-Häusern erstellen. Die grundsätzlichen Pläne hierfür …

Aktuelles

mehr…Wochenzeitung DIABOLO:
Liebe Leserin,
Lieber Leser!
10.08.2017

Paukenschlag zum wohlverdienten Wochenende! Da mag so manche/r gedacht haben: Ich glaub, mich tritt ein Pferd. War das etwa ein Niedersachsenross? Oder war das schlicht gesagt eine strategische Umsetzung der…

Aktuelles

mehr…Wochenzeitung DIABOLO:
Attraktiver Bahndamm
Wird Krusenbusch einen Naturlehrpfad auf dem Bahndammgelände erhalten?
10.08.2017

Rei/ Nach den Vorstellungen der SPD-Fraktion im Oldenburger Stadtrat jedenfalls stelle das Naturschutzgebiet ein …

<i>Wochenzeitung DIABOLO:</i><br />Klarstellung<br />Schulausschuss bespricht CDU-Antrag zur Kommunikation zwischen Schulen und Politik

Aktuelles

mehr…Wochenzeitung DIABOLO:
Klarstellung
Schulausschuss bespricht CDU-Antrag zur Kommunikation zwischen Schulen und Politik
10.08.2017

Das Zuschauerinteresse an der Sitzung des Oldenburger Schulausschusses war erneut groß. Viele Eltern und Mitarbeiter von Kooperationsanbietern in der Ganztagsbildung an Grundschulen hatten …

Aktuelles

mehr…Wochenzeitung DIABOLO:
OTM zieht um
Neuer Standort der Touristinfo Oldenburg
10.08.2017

Jetzt ist es offiziell: Die Oldenburg Tourismus und Marketing GmbH (OTM) zieht mit der Tourist Information nächstes Jahr an einen neuen Standort.  Ab dem 1. September 2018 finden Gäste und Bürger die …

<i>Wochenzeitung DIABOLO:</i><br />Helfen und Lernen<br />Der Förderverein Boumdoudoum am Neuen Gymnasium Oldenburg

Aktuelles

mehr…Wochenzeitung DIABOLO:
Helfen und Lernen
Der Förderverein Boumdoudoum am Neuen Gymnasium Oldenburg
10.08.2017

Burkina Faso ist eines der ärmsten Länder der Welt. Der westafrikanische Staat grenzt an Mali, Niger, Benin, Togo, Ghana sowie an die Elfenbeinküste. Das Oldenburger Neue Gymnasium …

<i>Wochenzeitung DIABOLO:</i><br />Skurril und überflüssig?<br />Kleine Parteien bei der Bundestagswahl

Aktuelles

mehr…Wochenzeitung DIABOLO:
Skurril und überflüssig?
Kleine Parteien bei der Bundestagswahl
10.08.2017

Wenn die Ergebnisse der Bundestagswahlen präsentiert werden, firmieren eine ganze Reihe von Parteien unter der Kategorie „Sonstige“. Dahinter verbergen sich manche Parteien, die lediglich ein Thema  …

<i>Wochenzeitung DIABOLO:</i><br />Am richtigen Ort<br />Förderverein internationales Fluchtmuseum übergibt Bücher an Jugendkulturarbeit e.V.

Aktuelles

mehr…Wochenzeitung DIABOLO:
Am richtigen Ort
Förderverein internationales Fluchtmuseum übergibt Bücher an Jugendkulturarbeit e.V.
10.08.2017

Der Förderverein internationales Fluchtmuseum e.V. hat über die Jahre einen beachtlichen Bestand an Fachliteratur zu den unterschiedlichsten Themen angesammelt. Aufgrund eines …

Foto:
Fahrradstadt Oldenburg

Hier geht es zu den aktuellen Ausgaben

Suche:

direkte Antwort ohne Umwege!

Veranstaltungen

Datum bis
Kategorie
Ort
Location
Festival

Kleinanzeigen