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Stadtteilzeitung Donnerschweer:
Großprojekt: OOWV startet Bau von zwei neuen Faultürmen18.03.2017





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Christoph Kienemann

Die neuen Faultürme, die an der Wehdestraße entstehen sollen, werden 23 Meter hoch sein, und einen Durchmesser von 18,5 Metern aufweisen. Jeder Turm wird 5.000 Kubikmeter an Klärschlamm aufnehmen können. Auf dem Gelände der Kläranlage werden derzeit 158 Betonpfähle bis zu 12 Meter tief in den Untergrund getrieben. Dies soll den Faultürmen, die eher an ein überdimensionales Ei erinnern, die nötige Standsicherheit geben. Nach den Planungen des OOWV sollen die Türme bis zum Ende des Jahres 2018 fertiggestellt sein. Danach werden die bestehenden Faultürme saniert. Die Kläranlage an der Wehdestraße ist bereits die größte Anlage im Verbandsgebiet des OOWV, das von Holdorf bis Marienhafe reicht. Hier werden pro Tag rund 35.000 Kubikmeter Abwasser gereinigt. „Der Entwicklung einen Schritt voraus zu sein, war immer eine Maxime und Stärke des OOWV“, sagte Geschäftsführer Karsten Specht anlässlich des Beginns der Bauarbeiten.
Faultürme kommen in Kläranlagen zum Einsatz, um Faulgase wie Methan abzufangen und nicht in die Umwelt zu entlassen. Teilweise kann das aufgefangene Gas dann weiterverwendet werden, beispielsweise in Blockheizkraftwerken. Die Oldenburger Anlage gab ihren Klärschlamm bisher als hochwertigen Dünger an die Landwirte der Region ab. Durch das Überangebot an Nährstoffen in der Region sind die Mengen an Klärschlamm, die tatsächlich an die Landwirtschaft abgegeben werden können, rückläufig. Insgesamt fallen in den 46 Kläranlagen des OOWV pro Jahr 275.000 Kubikmeter Klärschlamm an. Wurden vor wenigen Jahren noch 60 Prozent der Menge als Dünger verkauft, waren es zuletzt nur noch 40 Prozent. Der übrige Klärschlamm wird verbrannt. Fest steht zudem, dass die Verwertung des Klärschlamms in der Landwirtschaft demnächst gesetzlich untersagt sein wird, der OOWV muss daher auf diese Entwicklung reagieren.
Der Neubau der Faultürme soll hierzu den entscheidenden Beitrag leisten. Das Volumen an der Wehdestraße wird sich ab 2018 auf 16.300 Kubikmeter erhöhen, während die Schlammmenge in den Faultürmen innerhalb von 20 Tagen um 30 Prozent abgebaut werden kann. In Zukunft soll das dabei entstehende Gas in einem Blockheizkraftwerk zu Strom und Wärme verwertet werden. Auf diese Weise wird der Strombedarf der Kläranlage zu 80 Prozent gedeckt. „Die Investition macht dreifach Sinn: Wir gewährleisten die Entsorgungssicherheit langfristig. Wir decken mehr Strombedarf der Anlage aus eigener Erzeugung und wir sparen CO2 ein“, erklärt Jens de Boer vom OOWV. Für den Neubau wird der OOWV Fördermittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung erhalten. Die Fördermittel betragen eine Million Euro.

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