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Große Unsicherheit?
Schulausschuss debattiert Neuregelung der schulischen Ganztagsbildung in Oldenburg17.03.2017



Text und Foto  | Christoph Kienemann
Oldenburgs Rahmenkonzept zur kooperativen Ganztagsbildung galt eigentlich als vorbildlich. Ein Kernstück der Oldenburger Ganztagsbildung, die „trilateralen Verträge“ zwischen Schulen, Stadt und Trägern der freien Jugendhilfe“, wird dadurch nicht weitergeführt werden. Die Verträge mit den freien Trägern, die für Angebote außerhalb des Unterrichts verantwortlich sind, sollen letztmals für das Schuljahr 2017/2018 geschlossen werden. Das Oldenburg Rahmenkonzept zur kooperativen Ganztagsbildung, dass freie Träger und Schulen zusammenbringen sollte, wurde erst im November 2015 vom Stadtrat beschlossen, warum nun der Sinneswandel seitens der Stadt? „Das Land macht sehr strenge Vorgaben zur Zusammenarbeit der Schulen mit den freien Trägern der Jugendhilfe, es dürfen beispielsweise keine gemeinsamen Räume genutzt werden“, erklärte Matthias Welp, Leiter des Amtes für Schule und Bildung der Stadt. Auch bei der konzeptionellen Gestaltung des Ganztages untersagt das Land eine Zusammenarbeit von Schulen und freien Trägern. „Wir haben daher zwei Systeme an den Schulen“, so Welp. In Zukunft soll die Verantwortung für den Ganztag daher ganz bei den Schulen liegen, die Stadt präferiert dabei den teilgebundenen Ganztag und will Schulen auf diesem Weg auch finanziell unterstützen. „Vom Pfad der Ganztagsbetreuung werden wir auf keinen Fall abweichen, die Kinder stehen im Mittelpunkt des neuen Konzeptes“, erklärte Sozialdezernentin Dagmar Sachse. Das neue Konzept soll nun unter Beteiligung von Schulen, freien Trägern und Eltern erarbeitet werden. „Wir befinden uns am Beginn eines Prozesses, den wir im Schulausschuss begleiten werden“, so Bernhard Ellberg (SPD).
Eltje Jahnke, Vorstand des Kinderstagesstätten- und Beratungsverbandes, kritisierte die Neufassung des Konzeptes. Sie befürchtet den Verlust von Arbeitsplätzen und das in Zukunft keine Fachkräfte mehr beschäftigt werden können. Das jetzige Konzept sei vom Kultusministerium genehmigt worden und die Zusammenarbeit laufe gut, sagte Jahnke. Grit Bornemann, Schulleiterin der Grundschule Donnerschwee, warb hingegen für Gelassenheit. „Die derzeitige Form des Ganztages ist mit den rechtlichen Grundlagen nicht kompatibel“, erklärte sie. Die Einbindung der freien Träger in den Betrieb der Schule sei nicht möglich und man erhoffe sich nun eine rechtliche Klärung, erklärte Bornemann. „Wir brauchen auch eine Perspektive für die MitarbeiterInnen der freien Träger“, mahnte Jens Freymuth (SPD) an. Aus Sicht der der Verwaltung wird jedoch auch ein neues Konzept zur Ganztagsbildung nicht dazu führen, dass weniger Personal benötigt wird, der Bedarf in diesem Bereich wird eher noch steigen.
Weiter fraglich bleibt die Zukunft des Pädagogisch-Therapeutischen Zentrums Borchersweg. „Das Land hat das Gesamtkonzept der Schule aufgekündigt“, erklärte Matthias Welp. Die Stadt arbeite mit der Schule und dem Land an einer Lösung. „Es gab noch nie so viele Anmeldungen für diese Schule wie in diesem Jahr“, so Welp, „wir hoffen, dass wir noch auf das Land einwirken können.“ Die Land sieht es als problematisch, dass das vom Träger (Diakonische Werk) eingereichte Angebot nicht in dem Katalog der Leistungstypen im Niedersächsischen Landesrahmenvertrag eingeordnet werden kann. Weitere Gespräche zwischen Land und Schulträger sind geplant.

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